Fahrt ins Risiko (2/4)

Donnerstag, 20. September 2012

21:00 – 21:45 Phoenix
Malis heiße Pisten. Film von Holger Preusse.

Unterschiedliche Gangarten: Pferdegespann gegen Laster. Viele Unfälle sind die Folge. Bild: PHOENIX/ZDF/ARTE/Anke Möller/fernsehbüro

Die Luft steht über dem Boden – drückend und schwer von der Glut, die auf ihr lastet, und es gibt kein Entrinnen. Ende März weht im Herzen von Westafrika unablässig der Harmattan, der heiße Wüstenwind aus der Sahara. Wer hier von einem Ort zum anderen kommen will, fährt auf Straßen, die diese Bezeichnung nicht verdienen. (Bild: PHOENIX/ZDF/ARTE/Anke Möller/fernsehbüro)

Es handelt sich um staubige Pisten, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Nur mit großer Mühe und für wenige Monate im Jahr sind sie überhaupt zu befahren. Zur Zeit der Regenfälle sind sie unpassierbar, weil sie dann vom Niger-Strom, einem der mächtigsten Flüsse der Welt, überspült werden. Bereits beim ersten Regen verwandeln sich die Wege in Schlammpisten.

Die meisten Menschen in der Region Massina im westafrikanischen Mali besitzen kein eigenes Auto. Minibusse, Pick-ups, Lkw, Pferde- und Eselkarren pendeln zwischen den Orten. An Markttagen herrscht Hochbetrieb. Dann wird die Straße der Märkte zur gefährlichen Falle, übersät mit Schlaglöchern und Abbruchkanten. Und auf den nur zusammengeflickten Lastwagen und Buschtaxis türmen sich neben den Waren auch Menschentrauben, die zu den Märkten fahren. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Lastern, Minibussen sowie Jeeps einerseits und Eselkarren, Fahrrädern sowie Fußgängern andererseits erschweren das Fahren. An Verkehrsregeln hält sich ohnehin keiner, denn die Straße ist für alle da. Auch für die Kuh- und Ziegenherden.

Sekou N’Diayé und sein Kollege Diadjé Maiga fahren schon ein halbes Leben lang mit ihrem französischen Berliet-LKW durch die Savanne. Keiner von ihnen will den Job aufgeben. Sie mögen das Ungewisse, das sie auf jeder Tour begleitet. Und sie lieben die Begegnungen mit den Menschen in den abgelegenen Dörfern. Sie stellen sich dem steten Kampf ums Überleben in dieser unwirklichen Region, weil sie keine Alternative haben. Es ist aber auch die Freiheit der Savanne, die sie hier finden.

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