Ghana – Wie das Sein, so der Sarg

Freitag, 09. Oktober 2015 | 16.20 – 17:00 Arte

Dokumentation, Frankreich, 2010, Regie: Philippe Lespinasse.

Die Verstorbenen der Ga-Ethnie in Ghana werden nicht in schlichten Holzsärgen bestattet, sondern in bemalten figürlichen Särgen. Dabei ist die Gestaltung des Sarges von der beruflichen Tätigkeit oder den Interessen des Verstorbenen abhängig. Diesem soll durch den Ritus die Möglichkeit eröffnet werden, sein bisheriges Dasein im Jenseits fortzusetzen.

Standesgemäß ins Jenseits: Der Fisch-Sarg wird zur Grabstätte getragen. Bild: SR

Standesgemäß ins Jenseits: Der Fisch-Sarg wird zur Grabstätte getragen. Bild: SR

 

Beim Volk der Ga im westafrikanischen Ghana kommt beim Bestattungsritus der Gestaltung des Sarges eine besondere Bedeutung zu. Statt schlichter Holzsärge werden bemalte figürliche Särge kunstvoll und mit viel Liebe zum Detail individuell angefertigt, die beispielsweise den Beruf des Verstorbenen, seine Vorlieben, seine gesellschaftliche Stellung oder auch seine Bedeutung für die Angehörigen zum Ausdruck bringen.

So wird eine Obst- und Gemüseverkäuferin in einem Sarg zu Grabe getragen, der einer Tomate oder einer Zwiebel nachempfunden ist, ein Fußballspieler in einem Fußballschuh, ein Tischler in einem Hobel, ein Fischer in einem Fisch oder einem Boot und eine gluckenhafte Mutter in einer Henne.

Die entsprechende Gestaltung des Sarges dient dabei weniger dekorativen Zwecken, sondernsoll den Verstorbenen ermöglichen, ihre irdische Tätigkeit auch im Jenseits weiterzuführen.

Als prunkvolle, aber vergängliche Grabeskunst haben die Särge einen nur eintägigen Auftritt, denn sie werden wie jeder andere Sarg ins Grab versenkt. Aber immer mehr Sammler beginnen, sich für die figürlichen Särge der Ga als Kunstobjekte zu interessieren.

Bild: SR

Sendung bewerten:
Umschalten!Geht soSehenswertHinguckerTop! (noch ohne Bewertung)

Loading...


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.