Im Land der Piraten

Montag, 27. August 2012

22.45 – 23.30 Das Erste
Die Story im Ersten. Terror vor Somalias Küsten. Ein Film von Ashwin Raman.

Die deutsche Fregatte "Lübeck" ist im Rahmen des Atalanta-Einsatzes zur Sicherung der Handelswege am Horn von Afrika im Einsatz. Bild: SWR

Irgendwo im Indischen Ozean, vor der Küste Somalias: Deutsche Marinesoldaten der Fregatte Lübeck haben ein Fischerboot im Visier. Der Verdacht: Es könnte sich um das Mutterschiff von Piraten handeln. (Bild: SWR)

Das Seegebiet ist berüchtigt, wenige Tage zuvor hatte es einen Angriff auf ein Handelsschiff gegeben. Jetzt sind die Marinesoldaten auf der Suche nach den Angreifern. Ihre Fregatte soll im Rahmen des europäischen „Atalanta“-Einsatzes für die Sicherung der weltweiten Handelsrouten am Horn von Afrika sorgen. Und so schickt Kapitän Martin Ruchay ein Boarding-Team – einen Einsatztrupp – auf das Fischerboot.

Die Piraterie am Horn von Afrika ist eines der größten Probleme der internationalen Schifffahrt. Die Route durch den Golf von Aden und den Suez-Kanal ist so etwas wie eine Hauptschlagader des Welthandels. Tausende von Tankern und Frachtschiffen verkehren hier, der größte Teil des Güterverkehrs zwischen Afrika, Asien und Europa nimmt diesen Weg. Und ist willkommenes Ziel für Piratenangriffe: Etwa 40 Schiffe und mehr als 1000 Geiseln sind Anfang 2012 in der Hand von Entführern. Der Schaden ist immens: Etwa 160 Millionen Dollar Lösegeld haben die Piraten im Jahr 2011 von Redereien und Regierungen erpresst. Piraterie ist also ein Big Business.

Im Frühjahr 2012 reist der vielfach ausgezeichnete ARD-Reporter Ashwin Raman nach Somalia. Er will mehr erfahren über das Geschäft mit dem Terror am Horn von Afrika. Es wird, wie er später sagt, die gefährlichste Reise seines Lebens. Entführungen von Ausländern sind an der Tagesordnung – und Raman selbst entgeht nur knapp diesem Schicksal. Somalia ist ein Staat ohne Gesetz, ohne Ordnung und ohne Sicherheiten. Hunger, Kriminalität und vor allem ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg haben das Land zermürbt. Ausländische Journalisten kommen kaum noch hier her. Und so ist das Land und seine grauenvolle Lage aus der öffentlichen Wahrnehmung fast vollständig verschwunden.

Von Mogadishu aus fliegt Raman nach Galkayo, einem Piratennest im Hinterland; und reist von dort aus an die Küste. Seine Spurensuche führt ihn in Flüchtlingslager, somalische Gefängnisse, zu entführten Schiffen. Er begegnet Fischern, die am Existenzminimum leben sowie Clanchefs und Piratenbossen, die ihre Aktionen als Notwehr im Überlebenskampf rechtfertigen. Seine Fernsehdokumentation zeigt aber auch Besatzungen entführter Schiffe, die in Todesangst und unter erbärmlichen Umständen auf die Zahlung von Lösegeldern warten.

Parallel dazu begleitet der Film die Piratenproblematik aus der Perspektive der deutschen Marinesoldaten, die im Meer vor Somalia patrouillieren. Ein Einsatz, der vor allem westliche Interessen im Auge hat.

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