Ins heiße Herz Afrikas (2/2)

Donnerstag, 17. November 2011

21.00 – 21.45 Phoenix
Entdeckungsreise auf dem Niger. Teil 2: Jenseits von Timbuktu. Zweiteiliger Film von Werner Zeppenfeld.

Die Menschen stehen im Mittelpunkt des Films - Sie leben als Flussnomaden in einem winzigen Boot mit der ganzen Familie auf dem Fluss oder treiben ihr gesamtes Vermögen in Form von Kuhherden einmal im Jahr durch den Fluss - einmal im Jahr nach monatelanger Reise durch die Steppe. Der Fluss spendet Leben, ist die Quelle zahlreicher Sagen und verbindet den halben Kontinent. Bild: WDR/Marcel Kolvenbach

Der Niger war zu allen Zeiten das große Rätsel unter den Flüssen Afrikas. Er rief immer wieder Entdeckungsreisende auf den Plan, die seinen Verlauf hinein in die große Wüste erkunden wollten – war der Niger gar ein Quellfluss des Nil? Etliche Forscher ließen an seinen Ufern ihr Leben, so auch der legendäre Mungo Park. Seiner tragischen Expedition folgt die zweiteilige Reisereportage des ARD-Afrika-Korrespondenten Werner Zeppenfeld: 2000 Flusskilometer quer durch drei Sahel-Länder.

Filmischer Startpunkt ist Sansanding im heutigen Mali, wo Park im Herbst 1805 mit seiner selbstgezimmerten „H.M.S. Joliba“ aufbrach. Die Reise führt über Timbuktu und durch den Staat Niger bis nach Nordnigeria; an den Stromschnellen von Bussa war der wagemutige Schotte Anfang 1806 unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.

Auch heute geht es mit der hölzernen Segelpinasse (oder dem Passagierdampfer aus rostigem Kruppstahl) vorbei an uralten Lehmstädten, malerischen Uferlandschaften und quirligen Märkten am drittgrößten afrikanischen Fluss. Seine wechselnden Wasserstände bestimmen nach wie vor den Lebensrhythmus der Menschen im heißen Herzen Afrikas. Wir erleben die jährliche Viehdrift der Fulani-Hirten quer durch den Strom und tauchen mit den Bozo-Fischern in den uralten Kosmos der Flussgeister ein. Wir sitzen im Logenplatz des einstmals schönsten Freiluftkinos in Westafrika und fahren mit den letzten Sorko-Jägern auf Nilpferd-Pirsch. Wir sind Zeugen des teilweisen Einsturzes der altehrwürdigen Lehm-Moschee von Djenné – und sehen zu, wie chinesische Brückenbauer in Niamey den großen Fluss mit Beton bezwingen …

Malis Blues-Star Afel Bocoum liefert zur filmischen Entdeckungsreise die passende „Wassermusik“: Unter diesem Titel hat der amerikanische Bestsellerautor T.C. Boyle dem glücklosen Mungo Park posthum auch zu literarischer Berühmtheit verholfen.

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2 Kommentare
  1. Despina
    schrieb am 9. April 2010 um 14:09 Uhr: | Antworten
  2. David Friedrich
    schrieb am 19. März 2010 um 00:47 Uhr: | Antworten

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