Mit der Lok durch Angola

Donnerstag, 22. Juli 2010

18.05 – 19.00 Arte
360° – Geo Reportage, Deutschland/Frankreich 2009
Regie: Adama Ulrich

Angola ist ein Land im Umbruch. Gebeutelt durch einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg, erlebt der afrikanische Staat am Atlantik heute einen Wirtschaftsboom. Während massive Ölförderung die Preise in der Hauptstadt Luanda explodieren lassen und die wirtschaftliche Entwicklung ankurbeln, bleiben die ländlichen Regionen isoliert. Mit dem Wiederaufbau der alten Benguela-Bahnlinie hoffen die Menschen jenseits der Hauptstadt, vom Handel zu profitieren, und auf ein besseres Leben. „360° – Geo Reportage“ hat den Mechaniker Joaquim Mohebe und seine instandgesetzte Dampflok auf ihrem Weg durch Angola begleitet.

Weil es für die Loks kaum mehr Ersatzteile gibt, rosten viele im Depot von Huambo. Bis heute ist Joaquim Mohebe von den alten Maschinen fasziniert. Bild: ARTE F / © Adama Ulrich/Peter Klotz/MedienKontor FFP

Seit über 50 Jahren ist Joaquim Mohebe bei der angolanischen Benguela-Bahn als Inspektor angestellt. Mit Haut und Haaren hat er sich der alten Eisenbahnlinie verschrieben. Doch seit in den 80er Jahren alle Lokomotiven in den Auseinandersetzungen des Bürgerkrieges verbrannt wurden, ist der Bahnbetrieb unterbrochen. Verfallene Züge und Waggons, ein völlig heruntergekommenes Schienennetz und permanenter Mangel an Ersatzteilen prägen die Situation. Doch das soll endlich der Vergangenheit angehören. Der einst größte Arbeitgeber und das wichtigste Transportmittel im Hochland von Huambo werden wieder zum Leben erweckt.

1903 war mit dem Bau der Bahnlinie begonnen worden. Sie führte von der Atlantikküste 1.300 Kilometer bis zur Grenze der Demokratischen Republik Kongo. Von dort gab es Zugverbindungen bis an die Küste des Indischen Ozeans – nach Dar es Salaam in Tansania.


Dampfloks

Dampflok-Rhapsodie

Failed State Angola und der „Neue Krieg“

Problemfelder des Post-conflict Peacebuildings am Beispiel des Bürgerkriegs in Angola

Angolas Hochland gehört zu den fruchtbarsten Regionen Afrikas. Doch während des Bürgerkriegs wurden die Bauern vertrieben und ihre Dörfer verwüstet. Die Menschen litten unter einer grausamen Hungersnot. Bis heute müssen zwischen 60 und 70 Prozent der benötigten Lebensmittel aus dem Ausland nach Angola importiert werden. Auch dafür ist eine funktionierende Bahn von Bedeutung.

Bei der Benguela-Bahn zu arbeiten, ist Joaquim Mohebes ganzer Stolz. Und es ist sein großer Wunsch, dass die Bahn eines Tages wieder auf der ganzen Strecke rollen kann. „360° – Geo Reportage“ begleitet den Zug auf seinem Weg in eine bessere Zukunft.

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