Morgenland und Abendland (1/7)

Samstag, 01. September 2012

20.15 – 21.10 Arte
(1): Zwischen Euphrat und Tigris. Dokumentationsreihe, Erstausstrahlung, Großbritannien, 2011, Regie: John Fothergill.

Der Berg Nemrut in der heutigen Türkei liegt hoch oben über dem Euphrat. Bild: ARTE F / © All 3 Media

Monotheismus, Grundlagen der Wissenschaft, Bürgerrechte, Justiz, Handelsmärkte und verschiedene Kunstformen – der Mittlere Osten ist die Wiege grundlegender Ideen, die das moderne Weltbild bis heute prägen. Die Dokumentationsreihe erzählt nicht die Geschichte einer Nation oder eines Volkes, sondern die des gemeinsamen Erbes aller Europäer. Auf einer Reise durch die Geschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert erkundet Regisseur John Fothergrill eine faszinierende Grenzregion zwischen Europa, Asien und Afrika und schildert sieben historische Ereignisse aus der Perspektive des Mittleren Ostens.
Der erste Teil folgt den ersten Siedlern im Mittleren Osten und der Begegnung Alexander des Großen mit den Kulturen der Region. (Bild: ARTE F / © All 3 Media)

Vor rund 12.000 Jahren errichteten Jäger und Sammler im südostanatolischen Göbekli Tepe die ersten Bauwerke der Welt. Doch erst 2.000 Jahre später ließen sie sich dort nieder und begannen mit dem Ackerbau. Die in der Region entdeckten Relikte enthüllen ebenso wie die Ruinen von Babylon im heutigen Irak und Mari im heutigen Syrien faszinierende Geheimnisse über die ersten Städte der Welt.

Die Dokumentation versucht nachzuvollziehen, wie Alexander der Große seinerzeit in Troja eintrifft und anschließend ganz Persien erobert. Der Herrscher über Mazedonien und Griechenland glaubte, eine Horde Barbaren mit Hilfe griechischen Kulturguts zivilisieren zu müssen. Doch er fand eine Zivilisation vor, die älter war als die seine.

Filmemacher John Fothergill zeigt auf, dass die Ursprünge der westlichen Zivilisationen im Mittleren Osten liegen. Hier entstanden Acker- und Städtebau, Religion, Literatur und architektonische Meisterwerke wie Babylon und Persepolis. Es wird deutlich, dass sogar die Griechen, die als erste Kulturnation der Welt gelten, sich von den Errungenschaften des Mittleren Ostens inspirieren ließen.

Zusatzinfo
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Mittlere Osten ständig gewandelt. Als einzige Region der Welt gehörte er sowohl zum römischen als auch zum mongolischen Imperium und weitete seinen Einflussbereich später bis nach Indonesien und Spanien aus. Die stetigen Strömungen haben das Gesicht Europas verändert. Mit den Völkern wanderte auch deren Gedankengut von Osten nach Westen und ließ ganz neue Kulturen, Technologien und Philosophien entstehen.

Die siebenteilige Dokumentationsreihe „Morgenland und Abendland“ erzählt die wahre Geschichte jener Völker, die bisher meist als anonyme, plündernde Nomaden dargestellt wurden. Dabei zieht sie einen überraschenden Schluss: Die arabo-islamischen Völker schufen in Wirklichkeit ganze Kulturen. Und ihre Geschichte weiß so einiges über die Entstehung von Religion, Zivilgesellschaft, Steuer- und Bildungssystemen zu berichten.

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