Nashörner für die Serengeti

Freitag, 17. August 2012

21.45 – 22.30 Phoenix
Dokumentation, Deutschland 2010, Regie: Erika Kimmel, Bernd Isecke.

Tierarzt Pete Morkel (rechts) überwacht die Auswilderung. Bild: PHOENIX/HR

Die Serengeti in Tansania ist eines der letzten Naturparadiese, doch Nashörner sucht man hier fast vergeblich. Wilderer haben die Tiere so gut wie ausgerottet. „Nashörner für die Serengeti“ dokumentiert den Beginn einer Rettungsaktion – der größten Umsiedlung, die jemals durchgeführt wurde – vom Einfangen der Tiere in Südafrika unter dem Schutz speziell geschulter Ranger, der Eingewöhnung in ihrer neuen Heimat und dem entscheidenden Tag, als sie erstmals in die Freiheit entlassen werden. (Bild: PHOENIX/HR)

Die Serengeti im ostafrikanischen Tansania ist eines der letzten Naturparadiese der Erde. Auf einer Fläche von 30.000 Quadratkilometern Steppe, Savanne und Busch haben Hunderte von Tierarten ihre Heimat, davon mehr als eineinhalb Millionen Pflanzenfresser und mehrere Tausend Raubtiere. Allein 1,5 Millionen Gnus ziehen jedes Jahr, wenn die Trockenzeit beginnt, durch das weite Land und lassen auf der Suche nach Futter und Wasser den Boden unter ihren zahllosen Hufen erzittern. Ohne den Dung der Gnus gäbe es in der Serengeti kein Gras. Nur das älteste Landsäugetier, das seit rund 14 Millionen Jahren den afrikanischen Kontinent bevölkert, sucht man in der Serengeti inzwischen fast vergeblich. Anhaltende skrupellose Wilderei hat den Nashornbestand innerhalb von 20 Jahren nahezu völlig vernichtet.

Während 1970 noch rund 60.000 Spitzmaulnashörner durch die afrikanischen Savannen streiften, sind heute nur noch circa 4.000 dieser eindrucksvollen Tiere übrig. Von der am stärksten bedrohten Unterart Diceros Bicornis Michaeli leben insgesamt nur noch 700 Tiere, davon knapp 70 verteilt auf drei verschiedene Gebiete in Tansania. Zu wenige, um die Art zu erhalten. Mit dem „Serengeti Rhino Repatriation Project“ der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt sollen 32 Artgenossen aus Südafrika die Gruppe der letzten Spitzmaulnashörner in der Serengeti überlebensfähig machen. Fünf bis sechs Tiere pro Flugzeug, in Transportkisten verpackt, werden im Laufe der nächsten zwei Jahre auf der Steppenpiste in der Serengeti landen. Die Dokumentation hat die ersten drei Weibchen und zwei Männchen auf ihrer Reise ins Land ihrer Vorfahren begleitet.

Doch das Millionen schwere Projekt, ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zugunsten von Mensch und Tier, ist noch lange nicht beendet. Der schwierigste Teil steht noch bevor: den Schutz der Tiere gegen Wilderer zu gewährleisten. Militärisch geschulte Ranger haben ihre Arbeit bereits aufgenommen – 24 Stunden täglich auf den Spuren der ersten Hoffnungsträger.

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