Piraten vor Somalia
Dienstag, 18. Januar 2011
20.15 – 21.00 Arte
Mission impossible?
Großbritannien/Schweden/Deutschland 2010, Regie: James Rogan
Der Dokumentarfilm schaut hinter die Kulissen des Geschäfts mit der Piraterie und erzählt die bisher weitgehend unbekannte Geschichte der somalischen Täter. Sam Egag, ein gebürtiger Somalier, der in Europa lebt, begibt sich auf die Suche nach den Motiven der ehemaligen Fischer – auch aus seiner eigenen Familie – die zu Piraten wurden.
Seit Jahren kapern somalische Piraten vor der Küste Ostafrikas und inzwischen bis tief in den Indischen Ozean hinein Schiffe und nehmen die Besatzungen in Geiselhaft. Die internationale Gemeinschaft scheint trotz der großangelegten Marineoperation “Atalanta” machtlos. Immer mehr Frachter, Containerschiffe, Öltanker und sogar private Jachten wurden von Piraten aufgebracht und nach langen, zähen Verhandlungen gegen ständig steigende Lösegeldsummen freigelassen. Das “Geschäft” mit der Piraterie scheint sich zu lohnen.
Zunächst richtete sich diese neue Form der Piraterie gegen die großen Fischtrawler, die mit ihren industriellen Fangmethoden den somalischen Fischern die Lebensgrundlage raubten. Die Fischbestände waren irgendwann erschöpft. Da griffen viele Fischer zu den Waffen, besorgten sich schnelle Boote und begannen Trawler zu überfallen. Inzwischen ist die Piraterie am Horn von Afrika zu einer ernstzunehmenden Bedrohung des Welthandels geworden, und ein Ende ist nicht abzusehen.
Somalia ist ein Land ohne funktionierende Institutionen, das nach dem Sturz des Diktators Siad Barre im Jahre 1991 im Chaos versank und sich seitdem nicht mehr erholt hat. Der einzig hartnäckige Widerstand gegen die Piraterie geht von islamistischen Gruppen im Land aus. Der Westen scheint machtlos, trotz der internationalen Armada, die vor der Küste patrouilliert.
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