Pyramiden am Nil

Freitag, 01. April 2011

22.30 – 23.00 Phoenix
Memphis und Gebel Barkal, Ägypten und Sudan
Ein Film von Ralph Ströhle, Rüdiger Lorenz und Faranak Djalali

Nubische Pyramiden. Bild: PHOENIX/SWR/Lorenz

Gegenüber der Millionenstadt Kairo erheben sich die berühmtesten Pyramiden der Welt (insgesamt neun), darunter die herausragenden Cheops-, Chefren-, und Mykerinos-Pyramiden, die Grabstätten der gleichnamigen Pharaonen.

Als Ägypten um 2900 v. Christus zu einem Großreich vereinigt wurde, wählten die Pharaonen das im südlichen Nildelta gelegene Memphis als Hauptstadt. Die Epoche der Pyramidenbauten, die im Alten Reich einsetzte, fand ihren Höhepunkt schließlich in den großen Pyramiden von Gizeh, der Stadt der Toten, heute ein Vorort Kairos.

Die ersten Pyramiden
Dreihundert Jahre vor dem Bau der ersten großen Pyramide war in Sakkara die erste Nekropole entstanden und hier hatte der geniale Baumeister Imhotep die erste Pyramide entworfen. Die traditionellen Gräber der Ägypter waren die sogenannten ‚Mastabas‘, rechteckige Gebäude aus Lehm, mit Flachdach und mehreren Räumen. Übereinandergesetzt, entstand eine 69 m hohe Stufenpyramide.

Erstaunliche Bauleistungen
Beim Anblick dieser faszinierenden Monumente stellt sich der Besucher immer wieder die gleiche Frage: wie war es möglich, die riesigen Steinquader mit den Hilfsmitteln der damaligen Zeit auf solche Höhen zu bewegen? Alleine für die 146 m hohe Cheops-Pyramide, deren Seiten jeweils eine Fläche von 20.000 Quadratmetern aufweisen, verbauten die Arbeiter 2,3 Millionen Quader, die bis zu drei Tonnen schwer waren. Auch die Wissenschaft rätselt- und streitet bis heute, welche der aufgestellten Thesen über die Bauweise der Ägypter richtig ist.

Fest steht lediglich, dass man sich zum Transport der Steinblöcke bereits Hebelwirkung und die schiefe Ebene zunutze machte. Mehr als tausend Jahre später erlebte Ägypten mit den Ramses-Pharaonen noch einmal eine große Zeit, auch wenn Memphis schließlich seine Bedeutung verlor.

Dann kamen die Griechen als neue Herrscher und priesen die Pyramiden als eines der Sieben Weltwunder. Heute, über 2.500 Jahre später, existiert von den Sieben Weltwundern nur noch eines – die Pyramiden! Und sie werden die Zeiten überdauern.

Gebel Bakal – der heilige Berg
Eine siebzig Meter hohe Kobra, eine Uräusschlange, die Urform des ägyptischen Reichsgottes Amun, glaubte Pharao Thutmosis III im Wüstensand zusehen, als er 1500 vor Christus in das Königreich der Nubier, den heutigen Sudan, einfiel.

Noch heute wird der Gebel Barkal, der heilige Berg, von dieser Felsnadel dominiert, welche die Phantasie der Menschen immer noch beschäftigt. Beinahe zwei Jahrtausende beeinflusste der Mythos um diesen Berg die Geschichte am Nil. Als die schwarzen Pharaonen um 750 vor Christus in Memphis einzogen und für mehrere Dynastien ganz Ägypten beherrschten, nahmen sie ihre Legitimation vom Gebel Barkal. Zahlreiche Bauten spiegeln die Verehrung für diesen Ort wider.

Schwarze Pharaonen und sudanesische Pyramiden
Vom Sand zerfressene Säulenstümpfe lassen riesige Tempel erahnen. In Hieroglyphenschrift haben sich die Bauherren verewigt: Thutmosis, Piye, Tahaqua. Die Ruinen wurden 1916 freigelegt, vieles hat der Wüstenwind längst im Sand begraben. Während der Dreharbeiten zu diesem Film wurde ein zehn Meter langes Relief im Amuntempel wieder ausgegraben. Zum Vorschein kam eine kleine Sensation: ägyptische Herrscher kriechen vor einem schwarzen Pharao.

Im Sudan gibt es heute noch 200 Pyramiden, doppelt so viele wie in Ägypten. Viele liegen in Sichtweite des Gebel Barkal. Im Tod wollten die Könige wieder mit Amun vereint sein.

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