Südsudan: Geburt eines Staates

Donnerstag, 08. Oktober 2015 | 08.55 – 10:15 Arte

Frankreich, 2013, ARTE F, Regie: Anne Poiret, Florence Martin-Kessler.

Nach einem 50 Jahre lang dauernden Bürgerkrieg, der zwei Millionen Menschen das Leben kostete, wurde der Südsudan unabhängig. Seit 2011 ist der Mitglied der UNO. Doch das Land hat keine funktionierende Struktur, verfügt weder über eine Armee noch über ein Justizsystem. Wie also soll dieses Land seinen Bewohnern Sicherheit und eine funktionierende Infrastruktur bieten? Die Dokumentation hat sogenannte State-Building-Experten begleitet und ihre Bemühungen, ein funktionierendes politisches System zu errichten, beobachtet.

Ein Soldat der sudanesischen Armee im Zentrum Jubas, der Hauptstadt des Südsudan. Bild: ARTE France

Ein Soldat der sudanesischen Armee im Zentrum Jubas, der Hauptstadt des Südsudan. Bild: ARTE France

 

Im Jahr 2011 wurde die frisch gegründete Republik Südsudan als 193. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. 50 Jahre währte der Krieg zwischen dem muslimischen Norden mit der Hauptstadt Khartum und dem abtrünnigen Süden, in dem die christliche Religion und der Glaube an Geister vorherrschen. Zwei Millionen Menschen fielen den Kämpfen zum Opfer und vier Millionen wurden aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Nun sind die Erwartungen an den Frieden hoch. Nun besitzt der neue, unabhängige Staat zwar eine Flagge und eine Hauptstadt, aber weder endgültige Grenzen noch einen geregelt arbeitenden Staatsapparat. Es gibt keine Armee und keine funktionierende Justiz. Auch der Trennungsprozess vom Norden ist noch nicht abgeschlossen.

Wie lässt sich ein ganzes Land neu organisieren und wie kann aus dem Nichts ein nationales Zugehörigkeitsgefühl entstehen? In den letzten 20 Jahren hat die internationale Gemeinschaft Theorien für die Schaffung staatlicher Strukturen entworfen; „State-Building“-Experten modellierten und planten diesen Prozess und entwickelten Instrumente und Pauschalrezepte, die unabhängig vom Kontext angewandt werden. Nach dem Kosovo und Osttimor unterstützen sie nun mit ihren milliardenschweren „Roadmaps“ die Geburt des Südsudan.

Ein Jahr lang begleitet die Dokumentation Lise Grande, stellvertretende UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Südsudan und zweithöchste UN-Vertreterin vor Ort, sowie Riek Machar, einen ehemaligen Warlord und heutigen Vizepräsidenten des Südsudan, bei dem Versuch, die Theorie in die Praxis umzusetzen und der jungen Demokratie auf die Beine zu helfen.

Bild: ARTE France

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