Barmherzigkeit und Mission

Dienstag, 15. Dezember

23.30-00.00 SWR

Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Barmherzigkeit und Mission. Das Hospicio in Guadalajara und die Jesuitenstation in Cordoba Mexiko/Argentinien.

Bild: SWR/Goggo Gensch, Placa Liberacio Guadalajara
Guadalajara cirka 500 Kilometer westlich von Mexico City gelegen ist die Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco. Mit rund 1,7 Millionen Einwohnern ist die „Perle des Westens“ (Perla de Occidente) Mexikos zweitgrößte Stadt. Gegründet wurde die Stadt 1532 von dem spanischen Conquistador Nuno de Guzmán. Das Zentrum von Guadalajara ist ein städtebauliches Juwel geblieben. Ein imposanter Bau begrenzt im Osten die historische Altstadt von Guadalajara: Das Hospicio Cabañas, 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Das Hospiz wurde Ende des 17. Jahrhunderts von dem Architekten Manuel Tolsa entworfen. Benannt wurde es nach seinem Gründer, dem Bischof Juan Ruíz de Cabañas y Crespo. Das „Haus der Barmherzigkeit“ (La Casa de la Misericordia) wurde als Armen- Waisen und Krankenhaus sowie als Schule konzipiert.

Bei seinen Entwürfen orientierte sich Tolsa sowohl am Pariser Invalidendom als auch am Madrider Escorial. Der nahezu symmetrische Gebäudekomplex hat eine Gesamtfläche von 23.478 Quadratmeter und umfasst 23 Innenhöfe und zwei Kirchen. Die Gebäude des Cabañas – Hospiz umfassen ein Rechteck von 164 mal 145 Metern. Der Komplex ist einstöckig und hat eine Raumhöhe von 7,5 Metern. Nur die Kirche ist doppelt so hoch, ihre Kuppel wölbt sich auf eine Höhe von 32,5 Meter. Die Gebäude sind so gebaut, dass sich die Alten und Kranken ohne Hindernisse bewegen konnten.

Nach der Reformation in Mexiko verlor die Kirche ihre Hoheit über das Hospiz, es kam unter die Aufsicht des Staates. 1910, während der mexikanischen Revolution beherbergte das Hospiz wieder Flüchtlinge und Soldaten. Immer aber kam es seinen eigentlichen Aufgaben nach. Bis 1980, als ein neues Armenhaus in den Vororten von Guadalajara gebaut wurde. Das Cabañas – Hospiz wurde renoviert und restauriert und 1983 in ein Kulturzentrum umgewidmet.

Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, wurde 1573 gegründet. 1599 begannen die Jesuiten mit dem Bau eines Gebäudekomplexes der zum Zentrum ihrer Missionsarbeit in Lateinamerika werden sollte. Religiöser Kern des Komplexes ist die Iglesia Compania de Jesus, Córdobas älteste Kirche. Im Jesuitenorden kamen zu den Gelübden der Armut und Keuschheit das sogenannte „Papstgelübde“. Demnach muss sich jeder Einzelne wie auch der ganze Orden vom Papst überall hin senden lassen. Auf diese Weise entstand eine ausgedehnte Missionstätigkeit. Zur Versorgung der Stadt gründeten die Jesuiten im Umland zahlreiche Siedlungen wie die Estancias Jesus Maria, Caroya, Santa Catalina oder Alta Gracia. In diesen Siedlungen gewährte man den missionierten Indios eine begrenzte Selbstverwaltung und wirtschaftliche Autarkie. Zwischen Kollektivwirtschaft und Privatbesitz wurde ein effizientes wirtschaftliches System etabliert.


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