Chiles wilder Süden (1/2)

Freitag, 08. April 2011

20.15 – 21.00 hr-fernsehen
Die Fjorde der Siedler
Dokumentation 2010, Regie: Catherina Gilles

Meeresbiologen am Golf von Ancud: die Forschungsstation Huinay. Bild: HR / © HR/Wolfgang Müller

Der äußerste Süden Chiles ist weniger unwirtlich als man gemeinhin glaubt. Die windumtoste Region hat sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt – hier finden sich Buckelwale, Kormorane und Kondore, gemäßigter Regenwald mit riesigen Farnen und die legendären Nalca-Pflanzen – zieht noch heute Siedler in die Region. Die Dokumentation besucht unter anderem das Dorf Puyuhuapi, das vor 75 Jahren von vier Deutschen auf der Flucht vor dem Krieg in Europa gegründet wurde.

Landschaften von unvergleichlicher Schönheit und Ursprünglichkeit erwarten Reisende in Chiles südlichstem Zipfel, nach dem nur noch das ewige Eis der Antarktis kommt. Seit der Portugiese Hernando Magellan 1520 als erster Europäer die später nach ihm benannte Meerenge durchsegelte, zieht es Abenteurer und Handelsleute in die windumtoste Region. Im Laufe der Jahrhunderte kamen kroatische, französische, deutsche und andere europäische Einwanderer.

Dem Pioniergeist dieser Siedler folgt die filmische Reise in die entlegenen Gebiete Patagoniens. Inmitten einer zerklüfteten Inselwelt und den gewaltigen Eismassen einer der größten Kontinentaleisflächen der Welt führt ein einziger Landweg in Chiles Süden, die Carretera Austral. Sie verläuft quer durch den gemäßigten Regenwald mit seinen gewaltigen Farnen und den riesigen Blättern der Nalca-Pflanze. Dazwischen liegt mitten im dichtesten Urwald eine Handvoll spitzgiebeliger Holzhäuser in typisch deutscher Bauweise. 75 Jahre ist es her, dass vier Sudetendeutsche den abgelegenen Fjord zu ihrer Heimat erklärten und das Dorf Puyuhuapi gründeten.

Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt lockt bis heute Siedler ins Land, fasziniert von einer Landschaft zwischen schneebedeckten Gipfeln und inselreichen Fjorden. Die Natur ist, nicht nur in Form verheerender Erdbeben und Vulkanausbrüche, allgegenwärtig. Man begegnet Buckelwalen, Kondoren, Kormoranen, Seelöwen und einer äußerst artenreichen Unterwasserwelt. Ihr haben sich auch die Vertreter der jüngsten Generation von Einwanderern verschrieben: europäische Meeresbiologen, die alles daran setzen, die unvergleichliche Vielfalt der Natur in Chiles wildem Süden zu erhalten.

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