Churubamba – Frauen am Ball

Mittwoch, 29. Juni 2011

18:05 – 19.00 Arte
360° – Geo Reportage, Deutschland/Frankreich 2006, Regie: Carmen Butta

Die Frauen aus Churubamba spielen in ihrer Alltagskleidung: in Sandalen und traditioneller Tracht. Bild: ARTE / © Medienkontor FFP

„Bei jedem Tor würden wir am liebsten erstmal zehn Minuten lang lachen“, sagt Juana Estrada Huamán. Sie ist Verteidigerin im Fußballteam von Churubamba, einem kleinen Andendorf in Peru. Jeden Tag spielt sie auf über 3.500 Meter Höhe gemeinsam mit zwei Dutzend weiteren Bäuerinnen Fußball. Kicken ist für sie Spaß, Spannung und auch Flucht vor ihrem harten Alltag aus Feldarbeit, Viehzucht, Haushalt und Kinderversorgung. „360° – Geo Reportage“ begleitet Juana Estrada Huamán und ihre Mannschaft während einer Reihe turbulenter Spiele.

In Churubamba gibt es keinen Strom und kaum fließendes Wasser. Nicht einmal eine Busverbindung führt in das kleine Dorf hoch oben in den peruanischen Anden. Der nächste Ort ist eine Stunde Fußmarsch entfernt. Dorthin laufen die Frauen aus Churubamba nur, um hin und wieder ihre Produkte auf dem Markt zu verkaufen – oder aber um Fußball zu spielen. Sie kennen weder Beckham noch Ballack oder Zidane. Auch, dass im Jahr 2006 eine Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wird, weiß in Churubamba niemand. Wichtig ist für die Frauen vor allem, wie es ihrer Familie, ihren Tieren und ihrem Land geht. Und es ist wichtig, wie das nächste Spiel ausgeht.

Diesen Sonntag trifft das Frauenteam aus Churubamba auf Manco, ein Dorf auf der anderen Seite des Berges, gegen das sie noch nie gespielt haben. Die Stimmung auf dem Spielfeld brodelt, als ginge es um den Weltmeistertitel. Am Ende geht Churubamba als Sieger vom Platz. Die Prämie: ein Dutzend Meerschweinchen – Cuy genannt. Sie sind eines der Nationalgerichte Perus.

Im Spiel darauf gibt es keinen Grund zum Jubeln. Churubamba verliert gegen Huilloc. Damit wird das nächste Spiel für Churubamba umso wichtiger. Ausgerechnet diese Partie gegen das Dorf Andahuaylillas wird nicht wie üblich auf einem einfachen Feld ausgetragen, sondern im Stadion der Kreisstadt Urcos. Churubambas Verteidigerin Juana ist nervös, obwohl sie und ihre Mannschaft im Jahr zuvor Meister des Fulbito Andino geworden sind, ein Wettbewerb, den der Bürgermeister von Andahuaylillas und seine Frau Mitte der 90er Jahre ins Leben gerufen haben.

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