Der Humboldt-Nationalpark im Osten Kubas (1/2): Im Reich der Bienenelfe

Montag, 04. Juni 2012

15.15 – 16.00 hr
Ein Film von Cornelia Volk und Oliver Jähnel

Der Ritteranolis zählt mit 55 Zentimetern Länge zu den Riesen der kubanischen Tierwelt. Bild: MDR / © Oliver Jähnel

Der “Parque Nacional Alejandro de Humboldt” ist eines von über 80 Naturschutzgebieten, die nach der kubanischen Revolution auf der Insel entstanden. Die zweiteilige Dokumentation zeigt die Schätze des etwa 700 Quadratkilometer großen Schutzgebietes. Der erste Teil begibt sich auf die Spuren der endemischen Tierarten, der Tiere also, die ausschließlich auf Kuba anzutreffen sind.

Vor der Eroberung durch die Spanier war Kuba fast vollständig von Wald bedeckt. Doch schon bald wurden die ersten Plantagen für Zuckerrohr und Tabak angelegt, wurde edles Tropenholz geplündert, um Paläste, Schiffe oder Möbel zu bauen. Nach der kubanischen Revolution sorgte ein umfangreiches Wiederaufforstungs-Programm dafür, dass inzwischen wieder rund 25 Prozent der Insel bewaldet sind. Mehr als 80 Naturschutzgebiete sind seither entstanden.

Ganz im Osten des Landes liegt der “Parque Nacional Alejandro de Humboldt” mit seinen einmaligen Bergregen- und Trockenwäldern, Hochebenen, Flüssen, Mangrovenlandschaften und Korallenriffen. Gut 700 Quadratkilometer Natur – so ursprünglich nahezu, wie sie der Namensgeber des Schutzgebietes vor über 200 Jahren bei seinen Exkursionen durch Kuba angetroffen hat.

Der erste Teil der Dokumentation stellt den Artenreichtum des kubanischen Nationalparks vor. Er bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten, die es ausschließlich auf Kuba gibt. Die Bienenelfe etwa lebt hier, der kleinste Vogel der Welt. Der Kolibri ist ganze sieben Zentimeter lang und etwa zwei Gramm schwer. Oder das Monte-Iberia-Fröschchen, das bis vor kurzem als kleinster Vierbeiner der Welt galt. Der Winzling steht unter strengem Schutz, doch Überschwemmungen, Hurrikans oder Trockenperioden gefährden immer wieder die kleine Population. Auch Gundlachsperber sind sehr selten geworden. Erstmals gesichtet wurden die Greifvögel – ebenso wie die Bienenelfe – von dem deutschen Naturforscher Johann Christoph Gundlach Mitte des 19. Jahrhunderts. Überall im Humboldt-Nationalpark markiert Kubas Nationalvogel, der Tocororo, lautstark sein Revier. Sein Gefieder leuchtet in den Farben der Landesflagge: blau, weiß und rot.

Auch menschliche Siedlungen gibt es im Nationalpark. Das Dorf Arroyo Bueno liegt mitten im Schutzgebiet. Es entstand vor gut 60 Jahren als Unterkunft für Holzfäller und Bergarbeiter. Noch bis 2005 wurde im Nationalpark unter Tage Chrom abgebaut. Viele ehemalige Minenarbeiter verdienen ihr Geld heute in der Stadt Moa, in deren Umfeld es bedeutende Nickelvorkommen gibt. Das derzeitige Hauptexportgut Kubas lagert auch unter der grünen Decke des Nationalparks – für ihn würde der Nickelbergbau das Aus bedeuten.

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