Die Karibikinsel Guadeloupe

Donnerstag, 17. Januar 2013

21.00 – 21.45 NDR
mareTV, Film von Ulrich Patzwahl.

Terre de Haut: Die Insel gehört zum französischen Überseedépartement Guadeloupe. Bild: NDR/nonfictionplanet/Ulrich Patzwahl.

Die Antilleninsel Guadeloupe ist ein Überbleibsel des französischen Kolonialreichs: Ihre Bewohner sind französische Staatsbürger, die Währung ist der Euro. Und sie meinen: In der Karibik ist Frankreich am schönsten. Ihre Gelassenheit ist typisch karibisch. Erdbeben, Wirbelstürme und aktive Vulkane bringen die Insulaner kaum aus der Ruhe. Vielleicht liegt das am täglichen Schluck Rum, den es gleich nach dem Frühstück gibt. (Bild: NDR/nonfictionplanet/Ulrich Patzwahl)

Die Morgenröte steht über den weiten Zuckerrohrfeldern an der Küste. Dann werden die „boeufs tirants“, die „ziehenden Bullen“, für das tägliche Training startklar gemacht. Sie bringen jeweils um die 900 Kilo auf die Waage und sind „Hochleistungssportler“: Die Bullen ziehen einen zentnerschweren, mit Steinen beladenen Karren bergauf, im Wettkampf gegen die Uhr. Solche „Rennen“ in Zeitlupentempo sind Volkssport auf Guadeloupe und die Attraktion für Tausende Zuschauer.

Auf Terre-de-Haut, einer der kleineren Inseln des Archipels, baut Alain Foy Fischerboote, so wie seine Vorfahren in der Bretagne es schon vor 400 Jahren machten. Seine sind allerdings aus Tropenholz. Die farbenfrohen Saintoises haben sich zum Standard in der karibischen Küstenfischerei entwickelt, auch wenn Segel und Ruder heutzutage durch Außenbordmotoren ersetzt worden sind. Alains Boote genießen einen legendären Ruf. Nur beim Liefertermin muss man sich gedulden. Alain weiß nur zu gut, wie schön die Strände auf Terre-de-Haut sind, wie warm die Nächte, und wie gut der Rum von Guadeloupe ist: „un décollage“, ein „Kleiner zum Abheben“ wird der erste Schluck Rum am Tag genannt, den man gleich nach dem Frühstück trinkt.

Wenn die Hähne morgens um die Wette krähen, ist Sarkozy, Spitzname Sarko, immer einer der lautesten. Sarko ist ein Kampfhahn. Seine Besitzerin ist Dolorès Belair. Nach zwölf Jahren in Paris hat Dolorès ihren sicheren Job bei der französischen Rentenversicherung aufgegeben. Sie hat zu Hause auf Guadeloupe den „Pitt“, die Hahnenkampfarena ihres Vaters, übernommen. Sie ist die einzige Frau in dieser Männerdomäne und hat daher eine besondere Regel aufgestellt: Sobald ein Hahn schwächelt, wird der Kampf abgepfiffen. Das sonst übliche Gemetzel unter den Kontrahenten in der Arena findet nicht statt. Denn niemand weiß, wie insbesondere die Damenwelt den Verlust Sarkozys verkraften würde.

http://www.ndr.de/mare/

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