Die Magellan-Lotsen

Freitag, 29. Oktober 2010

18.05 – 19.00 Arte
360 Grad – Geo-Reportage
Frankreich/Deutschland 2008, Regie: Sven Jaax

Am Ufer der Magellanstraße: Ohne Lotsen würden auch heute noch regelmäßig Schiffe verunglücken. Bild: ARTE / © MedienKontor

Der Chilene Erich Guital führt als Lotse durch die Magellanstraße, jene Meerenge, die Feuerland vom südamerikanischen Festland trennt. Die Gegend ist berüchtigt für ein unbarmherziges Wetter mit plötzlichen Umschwüngen und tosenden Stürmen. Seeleute fürchten die Passage. Starke Strömungen, unberechenbare Orkane, tückische Fallwinde, zahlreiche Untiefen und ein Labyrinth aus zahllosen kleinen Inseln machen jede Fahrt zu einer Herausforderung. „360° – Geo Reportage“ hat den Lotsen Erich Guital eine Woche begleitet und dabei Menschen kennengelernt, die versuchen, ihr Leben abseits der Zivilisation in einer der unwirtlichsten Gegenden der Erde zu meistern.

Die Legende besagt, dass Ferdinand Magellan, als er im Jahr 1520 erstmals die Meerenge durchquerte, die heute seinen Namen trägt, Ona-Indianer an Bord nahm, welche ihm den Weg weisen sollten. Die Indianer kannten sich in der Gegend aus und wussten um die berüchtigten Untiefen und Klippen, die es zu umfahren galt. Auch konnten sie das Wetter deuten und den Kapitän so vor anstehenden Unwettern warnen.

Der Lotse Erich Guital, der Kapitänen den Weg durch die Meerenge weist, die Feuerland vom südamerikanischen Festland trennt, sieht sich in der Tradition dieser Männer, auch wenn er weder ein direkter Nachkomme ist noch hier geboren wurde. Er stammt aus dem chilenischen Norden und wurde vor einigen Jahren nach Punta Arenas versetzt, der einzigen Stadt in dieser kargen und unfreundlichen Gegend. Fast ununterbrochen weht ein kalter Wind. Bäume und Buschwerk gibt es kaum. Das Land zieht sich über endlose Strecken durch nacktes Hügelland.

Die großen Schiffe bevorzugen die Magellanstraße, weil sie die Möglichkeit bietet, die noch gefährlichere Passage um das berüchtigte Kap Hoorn zu vermeiden. Als ehemaliger Kapitän kennt Erich Guital die Gegend und weiß, die Schiffe durch die etwa 600 Kilometer lange Meerenge zu leiten. Jede Woche begleitet er große Frachter ebenso wie schwere Tanker, deren Aufgrundlaufen verheerende Folgen hätte.

Wie lange er diesen ungemütlichen Job noch machen wird, ist allerdings unklar. Denn so sehr er seinen Beruf liebt, sein Familienleben leidet darunter. Wenige ertragen die Einsamkeit länger als ein paar Jahre, und Erich Guitals Frau wollte eigentlich niemals hier leben.

Weitere Sendetermine:

  • 31.10.2010 um 14:00
  • 05.11.2010 um 08:00

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