Erlebnis Erde: Mythos Amazonas (1)

Montag, 30. Mai 2011

20:15 – 21.00 ARD
Grüne Hölle oder Paradies?
Zweiteiliger Film von Christian Baumeister

Nach der Schneeschmelze in den Anden stehen die Bäume am Amazonas wochenlang metertief im Wasser. Sie haben sich an die Ausnahmesituation angepasst. Sauerstoff nehmen sie über Poren in der Rinde oder Luftwurzeln auf. Bild: NDR/NDR Naturfilm und Light & Shadow GmbH

Ein grüner Ozean aus Bäumen, feucht und düster, unzugänglich und bedrohlich, eine Welt voller Gefahren – so erschien den Europäern einst der Amazonas. Lange Zeit galt der größte Regenwald der Erde als „Grüne Hölle“, in der giftige Tiere und Pflanzen dem Menschen feindlich gegenüberstehen.

Heute wissen wir: Der Regenwald am Amazonas ist ein Wunderwerk der Natur. Es ist der Brite Alfred Russel Wallace, einer der frühen Naturforscher des 19. Jahrhunderts, der uns die paradiesische Seite Amazoniens näher bringt. Viele Jahre kämpft sich Wallace durch den undurchdringlichen Wald, um so viele Arten wie möglich zu entdecken. Parallel zu Charles Darwin entwickelt er eine Theorie zur Entstehung der Arten. Er ahnt eine Verbindung zu den Herausforderungen, vor die der Regenwald seine Bewohner stellt, doch erklären, was das Gebiet am Amazonas so einzigartig macht, kann er nicht.

Unter dem üppigen Blätterdach regiert der Mangel: Häufige Regenfälle waschen Nährstoffe aus dem Boden. Was eine Pflanze in ihren Blättern gespeichert hat, verteidigt sie mit Giften, Dornen und Bitterstoffen vor hungrigen Mäulern. Mit raffinierten Strategien umgehen viele Regenwaldbewohner diesen Schutz. Farbenprächtige Aras etwa neutralisieren Pflanzengifte, indem sie mineralhaltige Erde fressen. Der Flachlandtapir dagegen ignoriert ungenießbare Gewächse. Seine feine „Spürnase“ warnt ihn rechtzeitig. Blattschneiderameisen gehen das Problem wieder anders an: Sie zerkauen giftige Blattstücke und nutzen sie als Nährboden für ihren unterirdischen „Pilzgarten“.

Im Sommer überflutet das Schmelzwasser aus den Anden das Amazonasbecken und verwandelt das Reich des Jaguars in das Hoheitsgebiet des Schwarzen Kaimans. Viele Waldgebiete stehen dann wochenlang unter Wasser. Die beste Zeit für die Seekuh, ihre Jungen zur Welt zu bringen – dort, wo sonst Affen durch die Äste turnen. Bis heute gibt es in unzugänglichen Regionen des Amazonas Indianerstämme, die von und mit der Natur leben. Die Matis sind einer davon. Christian Baumeister begleitet sie und filmt, wie sie mit Blasrohren im undurchdringlichen Regenwald meisterhaft auf die Jagd gehen.

Von den Wasserwelten der großen Ströme, vom Waldboden bis hinauf ins Kronendach der mächtigen Urwaldriesen – in atemberaubenden Bildern und Geschichten erfährt der Zuschauer, wie verblüffend die Strategien der Tier- und Pflanzenarten am Amazonas sind. „Mythos Amazonas – Grüne Hölle oder Paradies?“ zeigt, wie es im Laufe von Jahrmillionen zu der enormen Artenvielfalt im Regenwald kommen konnte und wie die Angst vor der „Grünen Hölle“ der Bewunderung für einen einzigartigen Lebensraum gewichen ist.

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