Haiti – als die Welt einstürzte
Mittwoch, 12. Januar 2011
23.30 – 00.15 Das Erste
Ein Film von Stefan Schaaf

Haiti ein Jahr danach: Das Land wirkt noch immer wie gelähmt, es verharrt zwischen Verwüstung und Neubeginn, zwischen Trauma und Traum.
Ein Jahr danach hat sich in Haiti nicht viel getan – immer noch gelten eine Million Menschen als obdachlos, sie leben in Zeltlagern oder den Trümmern der Stadt. Bedroht von Seuchen und Wirbelstürmen. In dem karibischen Inselstaat geht es nur quälend langsam voran, von Wiederaufbau kann kaum die Rede sein. Die nationale Regierung gilt bestenfalls als überfordert, vor allem aber als äußerst korrupt. Hilfsgüter werden im Zoll blockiert, Schmiergelder müssen bezahlt werden.
Die internationale Hilfe war enorm, zehn Milliarden Dollar wurden bei Geberkonferenzen großzügig zugesagt – doch auch diese Gelder fließen nur langsam. Dabei tummeln sich viele internationale Hilfsorganisationen in Haiti. Vor dem Erdbeben sollen es schon zehntausend gewesen sein, danach wird die Zahl auf ungeheure 16.000 geschätzt. Haiti wird auch schon spöttisch “The Republic of NGOs” genannt, ein Land, regiert von Nichtregierungsorganisationen. Dubiose Gruppen und mangelnde Koordination werfen Fragen auf, gerade auch nach dem Cholera-Ausbruch im Oktober. Wie ist so etwas in einem Land mit soviel Hilfe und Helfern möglich?
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