hitec: Bolivien im Lithium-Rausch

Montag, 18. Juli 2011

21.30 – 22.00 3sat
Das neue Gold der Anden. Von Christopher Gerisch.

Solarenergie für die Lithiumgewinnung. Bild: ZDF und Christopher Gerisch

Lithium gilt als Schlüsselrohstoff der nächsten Jahrzehnte. Längst sind Lithium-Ionen-Akkus unverzichtbar in Handys und Laptops, nun könnte die Nachfrage mit dem Boom der Batterien für Elektroautos weiter anziehen. Das leichteste Metall der Erde soll Bolivien zum Saudi-Arabien Südamerikas machen.

Denn kein Land besitzt mehr Lithium. Über die Hälfte der weltweiten Vorräte lagern in der Salzwüste des Salar de Uyuni, des größten Salzsees der Welt.

Beim Lithiumgeschäft will sich der Andenstaat nicht ausbeuten lassen wie vor Jahrhunderten beim Silberboom, an dem sich die spanischen Kolonialherren hemmungslos bereicherten. Die Bolivianer wollen das Lithium in Eigenregie abbauen und am liebsten auch im eigenen Land weiterverarbeiten.

Doch Lithium zu gewinnen und so zu verarbeiten, dass am Ende beste Ware für den Weltmarkt herauskommt, ist äußerst schwierig. Unterstützung erfahren die Bolivianer von Professor Wolfgang Voigt von der Bergakademie Freiberg in Sachsen.

In Deutschland gibt es schon sehr lange Erfahrung im Umgang mit Lithium: In Langelsheim bei Goslar begann 1924 dort weltweit die erste industrielle Verarbeitung des Metalls. Die Experten in Goslar glauben nicht daran, dass es den Bolivianern gelingt, mittelfristig ihre Rohstoffe ohne ausländische Hilfe zu fördern und weiterzuverarbeiten. Um einem möglichen Engpass an Lithium zuvor zu kommen, baut man dort zurzeit eine Pilotanlage zum Recycling von Lithium-Batterien. Ein kluger Plan – schließlich ist Lithium zu 100 Prozent wieder verwendbar.

Für „hitec“ begleitet Autor Christopher Gerisch sowohl die Fortschritte in der Lithium-Gewinnung in der auf beinahe 4.000 Metern Höhe gelegene Salzwüste Boliviens als auch die Entstehung der Recycling-Anlage in Goslar.

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