Kuna Yala

Freitag, 29. April 2011

16.55 – 17.40 Arte
Insel der Glücklichen
Dokumentation, Panama/Deutschland 2007, ZDF, Regie: Bernhard Rübe, Angelika Sigl

Die Insel Ailigandi liegt im San Blas Archipel, vor dem Festland von Panama. Hier leben 2000 Kuna. Bis vor 90 Jahren waren es noch Seenomaden, dann sind sie auf den Inseln des Archipels sesshaft geworden. Bild: ZDF / © Angelika Sigl

Die Dokumentation taucht ein in den Alltag der Kuna, eines außergewöhnlichen Indianerstammes, der sich in Panama ein wahres Naturparadies bewahrt hat. Sie zeigt die von der Ehrfurcht gegenüber der Natur geprägten Traditionen der Kuna, aber auch ihren Umgang mit der näher rückenden Zivilisation.

Ein Küstenstreifen in Panama: Auf der Karibik zugewandten Seite findet man weiße Sandstrände, Inseln voller Palmen und Korallenriffe. Auf der Festlandseite gibt es klare Bergflüsse und dichten Urwald. Dass dieser paradiesische Zustand bis heute überdauert, ist dem Überlebenswillen und der Sturheit eines kleinen Indianerstammes zu verdanken. Die 50.000 Kuna haben mit Kampf und gewitzter Diplomatie geschafft, den Lebensraum San-Blas-Archipel für sich zu bewahren und ein Refugium für Tausende seltener Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Bis heute leben sie von und mit dieser Natur und sind so zu einem der größten unabhängigen Indiostämme der Gegenwart geworden.

Der Lebensraum Kuna Yala ist als einer der letzten und größten Primärurwälder Zentralamerikas ein wesentlicher Teil des Corredor Biológico, eines geschützten Gebietes und Wanderroute der Tierwelt zwischen Nord- und Südamerika. Investoren aus der Tourismus-, Holz-, Pharma- und Fischereiindustrie stehen mit großen finanziellen Verlockungen Schlange vor den Toren Kuna Yalas. Aber noch immer gilt ihr eiserner Vorsatz: Kein Nicht-Kuna darf sich hier niederlassen, noch am Besitz der Kuna bereichern oder die Wälder ausbeuten.

Die Kuna sind ihrer Kultur, ihren Riten und Mythen nach wie vor treu. Am wichtigsten ist ihnen ihre Unabhängigkeit von Panama. Die Vor- und Nachteile der Zivilisation werden trotzdem abgewogen, denn Schulbildung und medizinischer Versorgung stehen sie positiv gegenüber.

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