Mythos Amazonas (3/3)

Mittwoch, 08. August 2012

18.25 – 19.10 Arte
Alarm im Regenwald.

Nachdem Baumfäller alle wertvollen Harthölzer abgeholzt haben, folgt die Brandrodung. Riesige Gebiete liegen brach - auf dem nährstoffarmen Boden wächst über Jahre hinweg so gut wie nichts. Bild: NDR / © NDR/Light&Shadow

Der Kampf um die Rettung des Regenwaldes steht im Mittelpunkt des letzten Teils der Dokumentation. (Bild: NDR / © NDR/Light&Shadow)

Der Regenwald ist wichtig für das Weltklima, seine Existenz jedoch bedroht. Die Gier nach wetterbeständigen Tropenhölzern, Ölvorkommen oder Gold gefährdet den Regenwald heute mehr als je zuvor. Riesige Flächen werden Tag für Tag gerodet und abgebrannt. Aber nur zwei Prozent der gerodeten Bäume werden überhaupt weiterverarbeitet und genutzt. Auf den gerodeten Flächen weiden schließlich Rinder, doch der Boden ist so gut wie unfruchtbar und es wächst kaum Gras für die Tiere. Auf der Suche nach Gold bewegen Arbeiter tonnenweise Schlamm und Kies aus den Flussbetten. Quecksilber soll das Edelmetall aus dem Erdreich lösen. Das vergiftet Arbeiter und Flüsse. Inzwischen ist dieses Vorgehen eine ernsthafte Gefahr für die Unterwasserwelt Amazoniens, in der die Amazonas-Seekuh sowie Tausende Fischarten heimisch sind.

Daher bekämpft die brasilianische Regierung seit 2005 den Holzeinschlag: Mit Helikoptern suchen Ranger nach illegalen Sägewerken. Biologen erforschen die Tierwelt, denn nur wenn sie nähere Details über das Leben von Aras, Jaguaren und Harpyien kennen, können sie sinnvoll ihren Schutz vorantreiben.

Am Boden herrscht der Jaguar, die größte Raubkatze Südamerikas. Es gibt nur wenige größere Säugetiere im Regenwald, und um genug Beute zu finden, braucht ein Jaguar ein großes Territorium. Bisher leben die schwimmfreudigen Großkatzen eher im Geheimen – doch nun beginnen Forscher von der Umweltorganisation WWF, sie mit Senderhalsbändern auszustatten. Die bisher gesammelten Daten zeigen, welche Gebiete die Tiere bevorzugen, und wie groß ihre Raumansprüche an den intakten Wald sind.

Doch Mensch und Regenwald müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen. Das beweisen immer mehr Projekte zur nachhaltigen Nutzung, wie im Fall der Paranuss. In Brasilien, Peru und Bolivien stellt ihr Export einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Doch der Baum wächst nur im intakten Wald, nicht auf Plantagen, denn er ist bei seiner Verbreitung auf die Hilfe von Regenwaldtieren angewiesen.

Naturschutz mit und nicht gegen den Menschen ist wohl die einzig realistische Perspektive für die Zukunft des Regenwaldes. Nur so werden auch die letzten Naturvölker am Amazonas, ihre Traditionen und ihr Wissen erhalten bleiben.

Insgesamt drei Jahre lang filmten die Kamerateams unter der Regie des Tierfilmers Christian Baumeister und legten Tausende Kilometer zu Fuß, in Booten, Flugzeugen und Helikoptern zurück. Sie wagten sich in die entlegensten Winkel Amazoniens vor, das mit über fünf Millionen Quadratkilometern etwa 20 Mal so groß wie Deutschland ist und neun Länder umfasst. Die Filmer brauchten Ausdauer, Glück und Idealismus, um im artenreichsten Gebiet der Erde Tiergeschichten zu filmen.

Einzigartige Aufnahmen und nie zuvor gefilmtes Tierverhalten brachten die Teams von ihrer Reise mit. HD-Kameras, aufwendige Zeitlupen, Heligimbal-Flugaufnahmen, Unterwasserkameras, Makroaufnahmen und Kranfahrten liefern Bilder höchster Qualität.

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