Nicaragua – Fluch der Langustentaucher

Freitag, 25. September 2015 | 12:25 – 13:20 Arte

360° Geo Reportage, Frankreich, Deutschland, 2008, ARTE, Regie: Frank Kleemann

Die Angehörigen des indigenen Volkes der Miskito an der Küste Nicaraguas sind begnadete Taucher. Um an die wertvollen karibischen Langusten zu kommen, tauchen sie bis zu 40 Meter tief und das bis zu 15 Mal am Tag. Dabei ist ihre mangelhafte Ausrüstung kaum für seichte Gewässer ausgelegt. Seit Jahren wird über ein Tauchverbot debattiert. Doch dagegen wehren sich die Miskito, das Tauchen ist ihre Lebensgrundlage. „360° Geo Reportage“ begleitet sie auf ihren vielleicht letzten Tauchgängen und zeigt einen jungen Amerikaner, der versucht, verletzten Tauchern zu helfen.

Der Langustentaucher Alan Padilla mit den letzten Langusten der Saison. Bild: ARTE / © Medienkontor FFP/Frank Kleemann

Der Langustentaucher Alan Padilla mit den letzten Langusten der Saison. Bild: ARTE / © Medienkontor FFP/Frank Kleemann

 

Moncado McCanley und sein Sohn, Angehörige des indigenen Volkes der Miskito, bereiten sich für einen Tauchgang vor. Wie die meisten der Langustentaucher in Nicaragua haben die beiden kein eigenes Boot. Stattdessen heuern sie auf einem großen Industrieboot an, das in den nächsten zwei Wochen Hunderte Langusten fangen will. An der Miskitoküste im Osten Nicaraguas ist das der einzige Job – und ein gut bezahlter dazu.

Doch die Männer riskieren bei jedem Tauchgang ihr Leben. Ihre Ausrüstung aus kaputten Atemschläuchen, verrosteten Dichtungen und Pressluftflaschen ohne Druckanzeige ist oft uralt. In den letzten Jahren sind unzählige Taucher verunglückt oder erlitten die gefährliche Taucherkrankheit. Diese tritt auf, wenn ein Taucher nicht genug Zeit zum langsamen Auftauchen hat. Lebenslange Behinderungen oder gar der Tod sind die Folgen. Die einzige Chance, die Taucherkrankheit ohne Schäden zu überstehen, ist die schnelle Behandlung in einer Dekompressionskammer. Allerdings gibt es davon nur eine einzige an der ganzen Ostküste. Sie kam vor Jahren über eine private Hilfsorganisation aus Miami und hat bereits etlichen Tauchern das Leben gerettet.

Leiter der Organisation ist der Amerikaner Joshua Izdepski. Er inspiziert das Krankenhaus von Puerto Cabezas, besucht kranke Taucher in den Dörfern und macht sich auf den Booten ein Bild vom unzureichenden Tauchequipment der Miskito.

Wegen eines angeblichen Schutzes der Miskito wird seit Jahren über ein Tauchverbot debattiert – doch dagegen wehren sie sich. Das Tauchen und Fangen der weltweit begehrten karibischen Langusten ist ihre einzige Einkommensquelle.

Bild: ARTE / © Medienkontor FFP/Frank Kleemann

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