Tatort Tucume – Pyramidenstadt in Peru

Sonntag, 13. März 2011

20.15 – 21.00 Phoenix
Ein Film von Aldan Laverty

Prof. Dr. Dan Sandweiss. Der Archäologe von der Universität von Maine erforscht das Tal der Pyramiden. Nirgendwo sonst auf der Welt stehen so viele der beeindruckenden Bauwerke. Er will herausfinden, warum das rätselhafte Volk der Lambayeque so viele Pyramiden errichtete, und dann spurlos verschwand. Bild: PHOENIX/ZDF/BBC/Rhod Walls
Das rätselhafte Volk der Lambayeque gehörte zu den großen Baumeistern des Altertums. Im Norden von Peru ließ die alte Kultur um 1100 n.Chr.250 kolossale Pyramiden in den Himmel wachsen. Doch plötzlich verschwand die Hochkultur, die grandiosen Stätten verfielen. Erst Jahrhunderte später sollten sie wieder entdeckt werden – vom deutschen Maschinenbau-Ingenieur Hans Heinrich Brüning.

Durch Zufall beobachtet Brüning 1875, wie Einheimische im Norden Perus einzigartige antike Kunstgegenstände einschmelzen. Der wissenschaftliche interessierte Deutsche macht sich sofort auf die Suche nach der Herkunft der Kostbarkeiten. Seinen Beruf als Ingenieur gibt er auf, um sich fortan als Fotograf und Archäologe den Hinterlassenschaften der frühen indianischen Kultur zu widmen.

Durch Hans Heinrich Brüning erfährt die Welt erstmals vom Tal der Pyramiden. Was heute aussieht wie schroffe Bergformationen, waren einst riesige Monumente – von Menschenhand aus Lehmziegeln aufgeschichtet. Brüning zieht nach Tucume, die Gelehrte noch heute als eine der bedeutsamsten archäologischen Stätten einstufen. Er will herausfinden, warum die Indianer so viele Monumente errichteten und wieso sie spurlos verschwanden. Doch er kann das Geheimnis nicht lüften.

Im Sommer 2005 gelingt einem internationalen Forscherteam ein Aufsehen erregender Fund. Die Ausgräber legen unweit eines Tempels 119 menschliche Skelette frei. Die Knochen weisen Anzeichen eins grausamen Opfertods auf: Männer, Frauen und Kinder waren enthauptet worden. Den Gang zum Schafott legten sie freiwillig zurück. Eine Droge hatte ihren Körper betäubt, aber ihren Geist bei völligem Bewusstsein gehalten. Das Massaker deuten die Wissenschaftler als verzweifelten Versuch, die Götter zu besänftigen. Das Andenvolk fühlte sich von einer realen übermächtigen Gefahr bedroht. Doch die blutigen Rituale konnten das Unheil nicht abwenden.

Den Einwohnern blieb nur ein Ausweg: die Flucht. Sie brannten Tucume nieder und verließen die Stadt. Das Ende einer Hochkultur. Denn mit den Flammen verlosch die Jahrtausende alte Tradition des Pyramidenbaus in Peru.

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