Zwangssterilisation in Peru – Im Namen des Fortschritts

Dienstag, 01. Juni 2010

22.25-23.55 Arte
Dokumentarfilm, Frankreich 2010

Hunderttausende Peruanerinnen wurden Ende der 90er Jahre Opfer einer staatlichen Politik, bei der die Frauen ohne vorherige Aufklärung und ohne ihre Einwilligung durch Ligatur der Eierstöcke sterilisiert wurden. Die Sterilisationen fanden unter prekären, lebensgefährlichen Bedingungen statt. Dutzende von Frauen starben an den Folgen des Eingriffs. Tausende müssen mit den lebenslangen Folgen zurechtkommen. Ihre Familien sind weiterhin recht- und mittellos.

Zwischen 1995 und 2000 wurden in Peru mehr als 300.000 Frauen zwangssterilisiert. Die Aktion richtete sich vor allem gegen die Quetchua-Minderheit. Zu ihr gehört auch Aurelia. Bild: ARTE F / © Temps Noir

Die Dokumentation von Mathilde Damoisel erläutert die Sterilisationspolitik unter dem peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori, der die irrige Überzeugung zugrunde lag, nach der die radikale Geburtenkontrolle eine Voraussetzung für den Fortschritt der Menschheit sei. Die Tragödie der peruanischen Frauen wird in den breiteren Zusammenhang einer weltweiten Kontrolle des Bevölkerungswachstums gestellt, deren Folgen nicht absehbar sind.

Sowohl bei der Weltbank als auch bei den Vereinten Nationen und der amerikanischen Entwicklungshilfeagentur USAID gilt die Förderung von Programmen zur Geburtenkontrolle in den Ländern der Dritten Welt seit den 60er-Jahren als Priorität. Sie ist das bevorzugte Instrument im Kampf gegen die Überbevölkerung und den damit verbundenen Geiseln Armut, Chaos, massive Migration, Terrorismus und Umweltkatastrophen. Diese Strategie der Entmündigung und Verletzung der körperlichen Integrität, die jede Selbstbestimmung missachtet, wurde bereits in den 70er Jahren in Indien umgesetzt. Auch Fujimoris aberwitziges Programm in Peru erhielt die Unterstützung von Entwicklungshilfeorganisationen.

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Ein Kommentar
  1. andrehe
    schrieb am 12. Oktober 2017 um 23:17 Uhr: | Antworten

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