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Freitag, 23. April 2010

22.35 – 00.05Arte
Dokumentarfilm, Frankreich 2009
Regie: Frédéric Laffont

Malaria, Tuberkulose, Schlafkrankheit und Leishmaniose sind nur einige der „vernachlässigten Tropenkrankheiten“. Vernachlässigt heißt in diesem Zusammenhang, dass es lange Zeit kaum Forschung zu wirksamen Medikamenten gegen diese Krankheiten gegeben hat. Der Dokumentarfilm stellt die Arbeit der Organisation „Drugs for Neglected Diseases Initiative“ in den Mittelpunkt, die sich den Kampf gegen den Status quo auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Non-Profit-Organisation DNDi (Initiative für Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten) hat dafür gesorgt, dass für die Ärmsten dieser Welt Medikamente gegen Krankheiten erforscht und entwickelt werden, die von der Pharma-Industrie bislang vernachlässigt wurden.
Bild: ARTE F / © Frédéric Laffont/Interscoop

Wörter können die harte Wirklichkeit verschleiern. So macht der Begriff „vernachlässigte Tropenkrankheiten“ nicht deutlich, dass diese Krankheiten ohne Behandlung tödlich sind. „Tropisch“ bedeutet weit entfernt von der westlichen Zivilisation. „Vernachlässigt“ bedeutet, dass Erforschung, Produktion und Vertrieb von Medikamenten zur Bekämpfung dieser Krankheiten lange versäumt wurden. „Vernachlässigte Tropenkrankheiten“ wie Malaria, Tuberkulose, Schlafkrankheit, Chagas-Krankheit und Leishmaniose suchen jeden sechsten Erdbewohner heim, das sind eine Milliarde Menschen. Man sollte also besser von vernachlässigten Menschen als von vernachlässigten Krankheiten sprechen.

Die Non-Profit-Organisation „Drugs for Neglected Diseases Initiative“ (DNDi/Initiative für Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten) wurde 2003 von fortschrittlichen Forschungs- und Gesundheitsinstitutionen zusammen mit der internationalen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ gegründet. Die DNDi hat dafür gesorgt, dass für die Ärmsten dieser Welt Medikamente gegen Krankheiten erforscht und entwickelt werden, die von der Pharma-Industrie bislang vernachlässigt wurden.

In knapp einem Jahrzehnt wurden große Fortschritte erzielt. Inzwischen setzen Staatschefs die vernachlässigten Krankheiten auf die Tagesordnung. DNDi hat Hunderte von Partnerschaften geschlossen, auch mit Medikamentenherstellern. Dieselben Pharmariesen, die den Zugang zu den Medikamenten beschränken wollten, sind heute Partner im Kampf gegen die vernachlässigten Krankheiten. Im Rahmen von DNDi funktioniert eine nicht am Profit, sondern an der Heilung der Kranken orientierte Zusammenarbeit. In Afrika wurden inzwischen mehr als 20 Millionen Menschen mit einem neuen Anti-Malaria-Medikament behandelt, bald sollen es 50 Millionen sein. Die Behandlungen kosten einen Dollar für einen Erwachsenen und die Hälfte für ein Kind. Im 40. Stock eines wieder aufgebauten Hochhauses in der New Yorker Greenwich Street – mit Blick auf „Ground Zero“ – versammelt DNDi seine Partner, um weitere zukunftsweisende Projekte zu entwickeln.

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