Auf nach Indien! Ein Rheinländer trotzt der Krise

Sonntag, 21. März 2010

18.30 – 19.00 ZDF
ZDF.reportage – Ein Film von Thadeus Parade

Für einen kurzen Moment kommt Urlaubsstimmung auf - die Heuwinkels machen einen Ausflug auf den traditionellen Markt im indischen Pune. Bild: ZDF / Christian Hahn

Eigentlich ist Michael Heuwinkel ein bodenständiger Mann. Er kommt aus Kamp-Lintfort im Rheinland, besitzt dort ein 15-Mann-Unternehmen, das sich auf die Reparatur von Hydraulikpumpen spezialisiert hat. Und jetzt: die Wirtschaftskrise! Seit Monaten herrscht Auftragsflaute, die Hälfte der Mitarbeiter ist bereits in Kurzarbeit, die ersten Entlassungen drohen. Da beschließt Michael Heuwinkel, sich zu wehren. Der Unternehmer hatte gehört, dass in Indien ein Riesenmarkt auf gute deutsche Handarbeit wartet. Die Idee: eine Firma in Indien gründen, dort Aufträge akquirieren und so neue Arbeit für seine deutschen Mitarbeiter schaffen.

Heuwinkel entscheidet sich für volles Risiko, kratzt das letzte Firmengeld zusammen und gründet eine Firma mit Sitz im indischen Pune, 7000 Kilometer von zu Hause entfernt, um die Arbeitsplätze in Kamp-Lintfort zu retten. Immer wieder muss Unternehmer Heuwinkel Rückschläge einstecken, fast verzweifelt er an den bürokratischen Hürden, an der völlig fremden Mentalität. Doch im August 2009 klappt es endlich mit der Firmengründung in Indien. Gemeinsam mit Ehefrau Waltraud zieht Heuwinkel nach Pune. Das Paar mietet ein Haus, dort ist auch genügend Platz für seine Mitarbeiter, die immer wieder vom Rhein für einige Wochen nach Indien kommen. Sein Plan scheint aufzugehen: Die ersten Reparatur-Aufträge hat er bereits an Land gezogen.

Fast 80 000 Euro haben Heuwinkels zu diesem Zeitpunkt schon in ihr Projekt investiert, ein Zurück gibt es nicht mehr. Doch nicht nur Geschäfte laufen anders in Indien, auch der Alltag birgt immer wieder Überraschungen. Frau Heuwinkel kocht für die deutschen Monteure – Curry und heimische Gerichte. Jeden Donnerstag gibt es in ganz Pune keinen Strom – Ehepaar Heuwinkel muss improvisieren. Das Projekt nimmt Fahrt auf, die Zahl der Aufträge steigt – die Jobs daheim werden sicherer. Und heute weiß Heuwinkel: Globalisierung ist machbar.


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