Auf Schlangenfang in Kambodscha

Montag, 22. November 2010

18.05 – 19.00 Arte
360° – Geo Reportage, Deutschland/Frankreich 2007, Regie: Therese Engels

Wenn sich in der Regenzeit der Tonle Sap See auf das Fünffache seiner Trockengröße ausdehnt, ist der 13-jährigen Soun Voth jedes schwimmende Fortbewegungsmittel recht. Bild: ARTE / © Medienkontor FFP

In der Regenzeit, wenn die Wälder entlang des kambodschanischen Tonle-Sap-Sees im Wasser versinken, verlassen die Fischerfamilien ihre schwimmenden Dörfer. Sie fahren in Paddelbooten hinaus, um mit Treibnetzen Wasserschlangen zu fangen. Bis zu sieben Millionen Exemplare werden jährlich erbeutet, um die Nachfrage der lokalen Krokodilzuchtfarmen nach billigem Tierfutter zu stillen. Das hat viele Schlangenarten an den Rand des Aussterbens gebracht. Eine bisher kaum beachtete ökologische Katastrophe. „360° – Geo Reportage“ begleitet eine Schlangenfängerfamilie auf ihrer mehrtägigen Tour durch die Sümpfe.

Der Fischer Van Voth verstaut eine große Kühlbox am Ende seines Bootes. Dann geht es hinaus ins Flussdelta des Tonle Sap Sees. Zusammen mit seiner Schwägerin und den kleinen Töchtern wird er für mehrere Tage das Schwemmland nach Wasserschlangen durchsuchen. Kein einfaches Unterfangen, denn neben den immer wieder hereinbrechenden Regenfällen muss sich die Familie die Fanggründe mit weiteren Fischerfamilien teilen. Diese verharren mitunter Monate auf ihren angestammten Plätzen im Sumpf.

Immer seltener geht ihnen ihre begehrte Beute, die Wassertrugnatter, ins Netz. Der Bestand schrumpft. Doch die Schlangen sind neben den ebenfalls immer weiter zurückgehenden Fischbeständen die einzige Einnahmequelle für Van Voth und die anderen Fischer. Das eigentliche Geschäft mit den Tieren machen allerdings die Händler auf den Großmärkten. Bis zu 50.000 Wasserschlangen werden pro Tag am Hauptumschlagplatz Chong Khneas verkauft. Das rote Fleisch ist begehrtes Billigfutter für Krokodile, die im großen Stil auf Farmen gezüchtet werden. Krokodilleder und Fleisch werden ins reichere Nachbarland Thailand verkauft. In Kambodscha selbst werden die Schlangen auch als Nahrungsmittel verwendet.

Wenn sich die Ausbeutung der Wasserschlangen fortsetzt, werden die Tiere bald aus dem Tonle Sap See verschwunden sein. Deshalb suchen Umwelt- und Artenschutzorganisationen nach Lösungen, um den Fischern eine lohnenswerte Alternative aufzuzeigen.

Weitere Sendetermine:

  • 29.11.2010 um 08:00

Sendung bewerten:
Umschalten!Geht soSehenswertHinguckerTop! (1 votes, Ø: 5,00 von 5)

Loading...


Schüleraustausch Weltweit mit TravelWorks!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.