Auf schmaler Spur durch Indien

Freitag, 30. September 2011

19.30 – 20.15 Arte
Die Matheran Hill Bahn. Dokumentation, Deutschland 2011, Regie: Peter Weinert

Die Matheran Hill Bahn, eine Schmalspurbahn, die in zwei Stunden auf rund 20 Kilometern abenteuerlicher Strecke aus Neral in den über 700 Meter höher gelegenen Kurort Matheran führt. Bild: HR / © Peter Weinert

Matheran liegt nur etwa 30 Kilometer Luftlinie entfernt von der Millionenmetropole Mumbai und repräsentiert doch eine völlig andere Welt. Matheran ist ein autofreier Luftkurort, der auf einem Tafelberg in rund 800 Metern Höhe gelegen ist. Frische Luft, schattige Wälder und zahlreiche Aussichtspunkte machen ihn zu einem begehrten Ausflugsziel. Zwischen 1901 und 1907 wurde von der britischen Kolonialregierung eine Schmalspurbahnstrecke nach Matheran gebaut. Die Bahn überwindet auf etwa 20 Kilometern Länge einen Höhenunterschied von etwa 700 m und braucht hierfür knapp zwei Stunden.

Matheran, der Luftkurort im Westen Indiens, liegt nur wenige Kilometer von der Millionenmetropole Mumbai auf einem Tafelberg in rund 800 Metern Höhe. Die frische Luft, die schattigen Wälder und die zahlreichen, von Wanderwegen erschlossenen Aussichtspunkte machen ihn zu einem begehrten Ausflugsziel für indische und auch ausländische Besucher.

Besonderes Kennzeichen Matherans ist allerdings die Abwesenheit von Autos und Motorrädern, sie dürfen nicht in den rund 5.000 Einwohner zählenden Ort. Wer die kaum enden wollenden Hupkonzerte indischer Großstädte gewohnt ist, mag sich vorkommen wie im Paradies.

Schon bevor ruhesuchende Großstädter die Vorzüge dieses Ortes entdeckten, war es ein indischer Geschäftsmann, der gern die frische Luft des Bergortes genoss und Ende des 19. Jahrhundert häufig zu Pferd hierher kam. Um die Anreise nach Matheran einfacher zu machen, begann er 1901 mit dem Bau der Matheran Hill Bahn. Es entstand eine Schmalspurbahn, die in zwei Stunden auf rund 20 Kilometern abenteuerlicher Strecke aus dem fast auf Meereshöhe gelegenen Neral in den über 700 Meter höher gelegenen Kurort führt. Dabei gelang den Ingenieuren das Kunststück, einen Zickzackkurs mit zahlreichen engen Kurven entlang der steilen Bergflanke zu führen, der nur einen einzigen Tunnel erforderlich machte. Und dieser ist auch noch so kurz, dass er den Beinamen „One-Kiss-Tunnel“ führt.

Filmautor Peter Weinert ist mit seinem Team die reizvolle Bahnstrecke auf den Tafelberg gefahren und hat den beliebten Ausflugsort Matheran besucht. Sein stimmungsvoller Bericht zeigt eine der attraktivsten Schmalspurbahnen Indiens, ihre kühne Streckenführung sowie die Geschichte ihrer Entstehung und macht deutlich, warum die Bahnlinie vor der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Der Film ist aber darüber hinaus auch ein lebendiges Porträt des quirligen Kurortes Matheran, seiner Bewohner und Gäste und der faszinierenden Landschaft, in die dieser ungewöhnliche Ort eingebettet ist.

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