Die Opium-Route

Dienstag, 12. April 2011

20.15 – 21.40 Arte
Dokumentarfilm, Kanada/Afghanistan/Indien 2010, Regie: Peter Findlay

Ein Panzer auf seiner Fahrt durch ein Mohnfeld Bild: ZDF / © John Moore/Getty Images

Das Drogennetzwerk breitet sich von den Opium-Anbaugebieten in Afghanistan und Ostasien immer weiter aus. Der Handel ist inzwischen weltweit organisiert und bringt den Drahtziehern Millionen. Der Kampf gegen den Drogenhandel scheint verloren. Sind Legalisierung und kontrollierte Abgabe von Drogen an Abhängige darum etwa eine Möglichkeit, das Problem zu lösen? Während die USA weiter eine strikte Kriminalisierung von Drogenkonsum und -handel verfolgt, geht man in anderen Ländern neue Wege. So stuft Portugal die Drogenabhängigkeit als Krankheit ein, und finanziert entsprechende soziale und medizinische Programme zu ihrer Behandlung.

Der Opiumhandel ist längst weltweit organisiert. Die amerikanische Drogenaufsichtsbehörde versucht zu verhindern, dass den Taliban in Afghanistan Opiumgelder zufließen, berichtet aber zugleich von den Schwierigkeiten, diese Ausbreitung zu verhindern. Bis zu einer halben Milliarde Dollar verdienen die Taliban im Jahr am Geschäft mit der Droge. Schätzungsweise 90 Prozent des Opiums schmuggeln sie trotz Kontrollposten der Behörden aus dem Land, über die 1.200 Kilometer lange Grenze zwischen Afghanistan und Tadschikistan.

Indien geht einen anderen Weg im Umgang mit der Droge. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts galt Opium als wichtiges Heilmittel der westlichen Medizin und wurde legal produziert. Zur größten Sorge wurde die schnell eintretende Abhängigkeit. Morphin sollte die Lösung sein, hatte jedoch den gleichen Effekt. Auch Heroin galt zunächst als weniger suchtgefährdend, verschlimmerte das Problem jedoch weiter.

Um 1900 waren eine halbe Millionen Amerikaner von legal bezogenem Morphin und Heroin abhängig. 1920 wurde der Konsum verboten. Heute scheint der Kampf gegen den Drogenhandel verloren. Trotz immer mehr Polizei, Soldaten und Grenzkontrollen nimmt das Opium nahezu ungehindert seinen Weg in die Großstädte Amerikas und Europas. Ist deshalb die Legalisierung der richtige Weg, um den Abhängigen einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Sucht und Kriminalität zu weisen? Denn die Profite der Drogenbarone, Schmuggler und Dealer fließen nur, solange Handel und Konsum illegal sind.

Deshalb versuchen Ärzte und Sozialarbeiter, alternative Wege zu gehen, um ihren Patienten zu helfen. So dürfen in der Klinik „Insite“ in Vancouver auf der Straße gekaufte Drogen unter Aufsicht eingenommen werden. Doch Kanadas Regierung hat beim Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt, um „Insite“ schließen zu lassen. Auch in den USA fließen Millionen in die Drogenbekämpfung. 70 Prozent des Geldes werden für den Strafvollzug ausgeben.

In Portugal dagegen steht Überlebenshilfe im Vordergrund. Drogenabhängigkeit wird nicht mehr kriminalisiert, sondern als Krankheit gesehen. Gefängnisstrafen für Drogenmissbrauch wurden abgeschafft, die frei gewordenen Mittel fließen in ein Sozial- und Gesundheitsprogramm. Es gibt zwar immer noch Sanktionen und auch die Bestrafung für Missbrauch, aber kein „Wegschließen“ mehr. Das Programm weist beeindruckende Erfolge auf und zeigt, dass es doch eine Alternative zur Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Drogen geben kann.

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