Die Retter der Schneeleoparden

Freitag, 06. Mai 2011

20.15 – 21.00 HR
Dokumentation, Deutschland 2010, Regie: Rolf Bickel

Schneeleopardin Baghira Bild: HR / © HR/Rolf Bickel

Die schwarz-weiß gefleckten Schneeleoparden werden in der kirgisischen Kultur mythisch verehrt. Viele glauben, dass ein Schneeleopardenfell seinem Besitzer Macht und Prestige überträgt. Deswegen schmückte bis vor kurzem auch die politische Elite ihr Heim gern mit solchen Trophäen.

Es ist vor allem dem Einsatz des deutschen Naturschutzbundes NABU zu verdanken, dass die Schneeleoparden von Kirgisistan heute sicherer leben als zuvor. Seine Mitarbeiter versorgen verletzte Tiere und setzen Ranger ein, die den Wilderern nachstellen und dafür sorgen, dass der Schwarzmarkt nach und nach austrocknet. So bleibt die Hoffnung, dass die stark dezimierten Bestände des Schneeleoparden sich erholen und das einstige Wappentier Kirgisistans wie früher die weiten Gebirgszüge des Landes durchstreift.

Sie sind die Könige der Bergwelt: schnell wie der Wind, schlau wie ein Fuchs und stark wie ein Bär. Seit Jahrtausenden leben die Schneeleoparden von Kirgisistan hoch oben im ewigen Eis des Tien-Shan-Massivs, fern von jeder Zivilisation. Sie müssen nur den Hunger fürchten – und die Menschen. Denn in der letzten Zeit ist der Bestand der edlen Tiere in dem zentralasiatischen Staat mehr und mehr bedroht, der nötige Lebensraum wird ihnen immer mehr eingeschnürt.

Der Klimawandel lässt die Gletscher schmelzen, die Bauern ziehen mit ihren Ziegen immer höher in die unwirtlichen Gebirgs-Regionen und betrachten die Schneeleoparden als Feinde, die ihre Herden bedrohen. Jäger wildern die Tiere, deren Fell auf dem Schwarzmarkt gerne 10.000 Dollar bringt. Vor 20 Jahren streiften mehr als 4.000 Großkatzen durch die Berge, heute gibt es in Kirgisistan schätzungsweise nur noch 250 Schneeleoparden.

Der deutsche Naturschutzbund NABU hat hoch über dem Issyk-Kul-See ein Projekt zum Schutz der bedrohten Raubkatzen eingerichtet, geleitet wird das weltgrößte Freigehege zum Schutz der Schneeleoparden von dem Biologen Thorsten Harder. Hier leben auf einer Fläche von circa 7.000 Quadratmetern mehrere Tiere, die aus den Fallen von Wilderern gerettet wurden und die in freier Wildbahn wenig Überlebenschance hätten. Vor einer traumhaften Bergkulisse leben sie nun unter nahezu natürlichen Bedingungen, Pfleger kümmern sich um ihre Wunden und sorgen für ausreichend Futter.

Die Dokumentation zeigt in spektakulären Aufnahmen Schneeleopardenbabys und erwachsene Tiere vor einer grandiosen Bergwelt. Sie ist gleichzeitig ein Porträt der Menschen, die sich dem Schutz dieser Tiere verschrieben haben. Der Zuschauer erlebt mit, unter welch teilweise primitiven Bedingungen die Naturschützer sich ihrer Aufgabe widmen müssen und welche kleinen und großen Triumphe sie dabei erringen.

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