Expedition 50° – Auf dem Breitengrad der Extreme (1/5)

Montag, 21. März 2011

19.30 – 20.15 Arte
Zentralasien – Dokumentationsreihe, Deutschland 2010, Regie: Jens-Uwe Heins

Ausgewilderte Przewalski-Pferde im Altyn-Emel-Nationalpark in Kasachstan Bild: BR / © BR
Mitten durch Europa verläuft der 50. Grad nördlicher Breite. Entlang dieses Breitengrades haben sich fünf Expeditionen über die Kontinente hinweg und durch die Ozeane auf eine 30.000 Kilometer lange Reise gemacht. Sie erleben Natur und Landschaften, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Der erste Teil führt nach Zentralasien.

Bei seiner Reise um die Welt trifft das erste Expeditionsteam in Zentralasien auf riesige Wüstengebiete mit jährlichen Temperaturschwankungen von mehr als 100 Grad Celsius, auf Dauerfrostböden und auf schroffe Gebirge. „Im Gegensatz zu den Agrarlandschaften Mitteleuropas verliert man sich in den Weiten der Steppen und Waldsteppen Kasachstans“, so Filmemacher Jens-Uwe Heins. Es ist eine atemberaubend wilde Landschaft. Adler, Zwergtrappen und Wölfe leben hier – und die letzten Saiga-Antilopen, von denen einst riesige Herden existierten.

Wenn die Menschen in Deutschland im Sommer zum Baden gehen, verbrennt in kasachischen Wüsten die Vegetation bei bis zu 70 Grad Hitze, im Winter gefriert die Luftfeuchtigkeit bei minus 40 Grad. Am Kaspischen Meer findet man große Robbenkolonien, obwohl die Küste des Nordpolarmeeres Tausende Kilometer entfernt ist.

Am 50. Breitengrad erhebt sich die Landschaft im Altai-Gebirge bis auf 4.500 Meter. Die Region ist heute noch intensiv vergletschert, die von Schmelzwasser gespeisten Flüsse des Altai-Gebirges versickern großenteils in den umgebenden Steppen. Hier kommt statistisch gesehen nur ein einziger Einwohner auf hundert Quadratkilometer. Dagegen finden sich zahlreiche Wildkamele, Wölfe, sibirische Braunbären, Rothunde und Vielfraße in diesem Gebirge. Steinadler, Steppenadler und Mönchsgeier kreisen über den Gipfeln dieser fast unberührten Gebirgslandschaft.

Fünf Kamerateams sind dem 50. Breitengrad, der auch mitten durch Europa führt, einmal rund um die Erde gefolgt. Auf ihrer 30.000 Kilometer langen Reise, immer der Sonne entgegen, haben sie ganze Kontinente durchquert und riesige Ozeane überwunden. Obwohl sich die Expeditionen stets in den gleichen Breiten bewegen, finden sie je nach Region sehr unterschiedliche Klimata und Landschaften vor.

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