Giftiges Leder

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Dienstag, 03. November 2015 | 09:50 – 10:45 Arte

Dokumentation, Frankreich, 2012, NDR, Regie: Elise Darblay, Eric de Lavarène.

Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte ist Bangladesch zu einem Zentrum für die weltweite Lederproduktion geworden. In Hazaribag, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, drängen sich rund 300 Gerbereien auf engstem Raum. Jedes Jahr werden etwa 14 Millionen Tierhäute hierhin transportiert, zu Leder verarbeitet und schließlich als Taschen, Schuhe oder Bekleidung in die westlichen Länder verkauft. Ein mehrstelliges Millionengeschäft – mit einem hohen Preis: Die Menschen hier arbeiten unter unvorstellbaren, geradezu archaischen Bedingungen.

Das Entwicklungsland Bangladesch mit seinen 157 Millionen Einwohnern überlebt nur dank der Leder- und Textilindustrie. Sie macht fast 80 Prozent seiner Exporte aus.  Bild: NDR / © Soumen Guha Sontu & Dipak Chandra Sutradhar/WA Productions

Das Entwicklungsland Bangladesch mit seinen 157 Millionen Einwohnern überlebt nur dank der Leder- und Textilindustrie. Sie macht fast 80 Prozent seiner Exporte aus.
Bild: NDR / © Soumen Guha Sontu & Dipak Chandra Sutradhar/WA Productions

 

In Hazaribag, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, drängen sich rund 300 Gerbereien auf engstem Raum. Von hier aus werden Taschen, Schuhe oder Bekleidung aus Leder in die westlichen Länder verkauft, was Bangladesch mehr als 740 Millionen Euro einbringt. Zwölf Stunden täglich schuften Lederarbeiter für umgerechnet 40 Euro Monatsgehalt in den Gerbereien. Ihre Füße, Hände und Atemorgane werden von den chemischen Produkten stark belastet. Es wird mit hochtoxischen Substanzen, wie zum Beispiel Quecksilber, gearbeitet, die in Europa streng verboten sind. 90 Prozent der Arbeiter entwickeln schwere Krankheiten, und nur wenige werden älter als 50 Jahre.

Nicht nur die Menschen, auch die Umwelt leidet, denn die Gerbereien lassen ihre hochgiftigen Abwässer ungefiltert in den zentralen Fluss ab. Auch die schlammigen Abfälle werden einfach zwischen den Hütten gesammelt und nicht entsorgt: Die Lederindustrie verursacht ein ökologisches Desaster.

Anwälte, Gewerkschafter und Wissenschaftler kämpfen verzweifelt für eine Verbesserung der Verhältnisse. Keine leichte Aufgabe, denn die größten Gerbereien gehören Regierungsmitgliedern, die ihre Macht nutzen, um sich drohenden Sanktionen zu entziehen. Was muss passieren, damit sich etwas ändert?

Bild: NDR / © Altemeier & Hornung Filmproduktion

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