Great India (1/2)

Samstag, 11. Juni 2011

20:15 – 21.10 Arte
Taj Mahal – Monument einer Leidenschaft
Dokumentation, Deutschland 2008, Regie: Stephan Koester

Der Taj Mahal - Monument einer Leidenschaft. Bild: ZDF / © Guy Mertin

Der Taj Mahal ist ein Wahrzeichen Indiens, ein strahlendes Juwel der Architektur und gleichzeitig das Monument einer großen Leidenschaft. Auftraggeber für seine Errichtung ist Shah Jahan, der im 17. Jahrhundert über das indische Reich der Großmoguln regiert. Unter den Moguln wird Indien das erste Mal seit der Regentschaft des Maurya-Herrschers Ashoka wieder vereint. Die Moguln, einst Invasoren aus dem Norden, führen Indien in eine neue Blütezeit. Und sie bringen den Islam mit, eine Religion, die von nun an die Geschichte Indiens mitbestimmen wird.

Der Moguln-Regent Shah Jahan – der Name bedeutet „Herrscher der Welt“ – verlobt sich bereits als junger Prinz mit Mumtaz Mahal, der „Erwählten des Palastes“. Ihre tiefe Liebe wird ein Leben lang halten, und Mumtaz Mahal wird Shah Jahans Gefährtin und vertraute Ratgeberin.

Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Shah Jahan 1627 gewaltsam den Thron. Er lässt seine Brüder brutal ermorden und herrscht unumstritten über das Riesenreich der Moguln. Seine militärische Macht und sein unermesslicher Reichtum schreiben Geschichte – ebenso wie seine Liebe zu Mumtaz Mahal.

Bei der Geburt ihres 14. Kindes gibt es Komplikationen, die Mumtaz Mahal nicht überlebt. Für Shah Jahan beginnt eine Zeit tiefer Trauer. Auf dem Sterbebett äußert Mumtaz der Legende nach als letzten Wunsch die Errichtung eines Grabmals, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Die Erfüllung dieses Wunsches macht Shah Jahan nun zu seiner Lebensaufgabe.

Bald beginnen die Bauarbeiten für das Mausoleum am Ufer des Yamuna-Flusses in Agra. Ein gigantisches Unterfangen, bei dem 20.000 Arbeiter und 1.000 Elefanten elf Jahre lang im Einsatz sind. Die besten Künstler und Handwerker verwenden für den Bau des Taj Mahal nur die kostbarsten Materialien. So erhält das Mausoleum eine Fassade aus dem wertvollsten Marmor der Welt, in den Ornamente aus Halbedelsteinen eingelassen werden. Mit dem Taj Mahal errichtet der Großmogul ein „Liebesgedicht aus Stein“, ein Abbild des Paradieses auf Erden und das vollkommenste Bauwerk der Menschheit.

Doch die Kosten für den Bau verschlingen Unsummen. Der Staatskasse droht der Bankrott, Unruhen und Aufstände sind die Folge. 1657 wird Shah Jahan von seinem eigenen Sohn vom Thron geputscht. Der „Herrscher der Welt“ verbringt den Rest seines Lebens eingesperrt im Roten Fort von Agra, das direkt gegenüber dem Taj Mahal liegt, nur durch den Yamuna-Fluss von ihm getrennt. So hat der gestürzte Herrscher täglich nicht nur das Symbol seiner einstigen Macht, sondern auch die Erinnerung an seine geliebte Ehefrau vor Augen. Im Alter von 74 Jahren stirbt Shah Jahan und wird im Taj Mahal an der Seite von Mumtaz Mahal beigesetzt. Sein architektonisches Meisterwerk aber bleibt unsterblich.

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