Halbmond

Mittwoch, 01. Juni 2011

23:00 – 00.45 Arte
Spielfilm, Iran/Frankreich/Österreich 2006, ZDF, Original mit deutschen Untertiteln, Regie: Bahman Ghobadi

Kako (Allahmorad Rashtiani) wird bestraft. Bild: ZDF / © Nigel Bluck/Crighton Bone

Mamo, ein alt gewordener Starmusiker aus dem Iran, möchte nach dem Sturz Saddam Husseins ein letztes Konzert im Irak geben, wie früher begleitet von seinen zehn Söhnen. Für diesen letzten großen Auftritt nehmen Mamo und seine Söhne die Strapazen einer langen, unbequemen und gefährlichen Reise in einem alten Schulbus auf sich. Mamo lässt sich auch trotz allerlei Widrigkeiten nicht von seinem Plan abhalten.

Mamo, ein alter Starmusiker aus dem Iran, möchte ein letztes Konzert mit kurdischen Liedern im Irak geben. Nach dem Sturz Saddam Husseins lässt Mamo von seinem alten Freund Kako alle seine zehn Söhne zusammentrommeln, die ihn wie früher als Orchester auf dem Konzert begleiten sollen. Für diesen letzten großen Auftritt nimmt Mamo die Strapazen einer langen, unbequemen und gefährlichen Reise auf sich. Als Transportmittel dient ein alter Schulbus, der seine besten Jahre schon lange hinter sich hat. Weil Mamo davon überzeugt ist, dass man für das Konzert auf eine Frauenstimme nicht verzichten kann, muss auch noch eine Sängerin gefunden werden.

Dieses Vorhaben ist jedoch nicht so einfach zu realisieren, da es Frauen im Iran nicht gestattet ist, vor Männern zu singen. Die Männer machen sich auf in ein Dorf, in das 1334 Sängerinnen verbannt wurden. Der Versuch, Hesho, eine ehemalige Sängerin aus dem Dorf der verbannten Musikerinnen, im doppelten Boden des Busses über die Grenze zu schmuggeln, misslingt jedoch. Hesho wird an der Grenze festgenommen. Auch drei von Mamos Söhnen dürfen wegen fehlender Papiere nicht einreisen. Zudem verschlechtert sich zunehmend der Gesundheitszustand des alten Musikers. Als Mamo kurz davor ist, zu resignieren, trifft er das Mädchen Niwemang, die den letzten Wunsch des sterbenden Mannes, tot oder lebendig zu seinem Konzert zu kommen, schließlich doch noch erfüllen kann.

Zusatzinfo: „Halbmond“ ist ein Film über Grenzen. Er zeigt eine Reise über zwei Landesgrenzen, aber auch eine Reise über die Grenzen des Möglichen hinaus, über Leben und Tod hinweg. Aktuelle Hintergründe vermischt Regisseur Bahman Ghobadi hierbei mit komischen Elementen, so dass der Film trotz ernstem Hintergrund nie trostlos wirkt. Die Schwierigkeiten des mal fröhlichen, mal zerstrittenen Familienclans, ein Konzert zu geben, werden unterhaltsam und witzig erzählt. Musik und karge, kurdische Gebirgslandschaften ergänzen sich meisterhaft und Ghobadi „entfaltet mit schlafwandlerischer Sicherheit ein melancholisch-leichtes Spiel, das mit einem sehr poetischen, sehr authentischen und stellenweise recht bizarren Humor inszeniert ist“, wie Wolfgang Hamdort schreibt („film-dienst“, 2007).

Aufgrund seiner politischen Brisanz konnte „Halbmond“ im Iran bis heute nicht aufgeführt werden. International erhielt die Auftragsarbeit zum Mozart-Jahr innerhalb des „New Crowned Hope“-Projektes, die von „der Liebe zur Musik über den Tod hinaus und gegen alle religiösen, politischen und geografischen Widrigkeiten“ („film-dienst“ 2007, Wolfgang Hamdort) erzählt, jedoch zahlreiche Preise, unter anderem den Hauptpreis, die Goldene Muschel, auf dem 54. Filmfestival von San Sebastián 2006.

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