Himalaya – Die gefährlichsten Schulwege der Welt

Samstag, 24. Oktober 2015 | 15.40 – 16:25 Arte

Dokumentationsreihe, Deutschland, 2013, MDR, Regie: Joachim Förster.

Im indischen Himalaya macht sich der zehnjährige Motup mit seinen Freunden und erwachsenen Begleitern auf den Weg zurück ins Internat. Mehr als 100 Kilometer geht es über Eis, reißendes Wasser und steile Schluchten. Mindestens vier Tage sind die Kinder unterwegs. Dabei lassen die Strapazen kaum zu, einen Blick auf die Schönheiten der Natur zu werfen.

Sie fahren in kleinen Schilfkanus über den größten See der Welt, riskieren ihr Leben in ramponierten Seilbahnen oder kämpfen sich bei minus 50 Grad Celsius durch die Eiswüste. Ihre Pfade führen sie durch spektakuläre Naturlandschaften, sie tragen teilweise nicht einmal Schuhe und manchmal dauert es Tage, bis sie ihr Ziel erreichen: Schüler auf dem Weg zur Schule. In fünf spektakulären Filmen zeigt ARTE „Die gefährlichsten Schulwege der Welt“.

Fluch und Segen: Nur die extreme Kälte ermöglicht die Überquerung des Flusses Zanskar, aber sie macht auch allen zu schaffen. Bild: MDR / © Maximus Film GmbH

Fluch und Segen: Nur die extreme Kälte ermöglicht die Überquerung des Flusses Zanskar, aber sie macht auch allen zu schaffen.
Bild: MDR / © Maximus Film GmbH

 

Das Dorf Zangla liegt in 4.000 Meter Höhe im indischen Himalaya am Fluss Zanskar. Völlig abgeschieden leben hier 650 Menschen. Wer nicht sein Leben lang im Dorf bleiben will, muss in der Stadt in die Schule gehen. So bereitet sich auch der zehnjährige Motup nach zwei Monaten Winterferien darauf vor, sich zum Beginn des nächsten Schulhalbjahres gemeinsam mit seinem Vater auf die Reise nach Leh zu machen. Dort besucht er ein Internat. Sein Schulweg ist ein Fußmarsch, der mindestens vier Tage dauern wird.

Die Route führt rund 100 Kilometer über einen zumeist zugefrorenen Fluss, der sich unterwegs plötzlich in einen reißenden Strom verwandeln kann. Es ist der wohl längste Schulweg der Welt. Der Chadar, wie der Weg über den zugefrorenen Fluss genannt wird, ist wild und verfügt kaum über Befestigungen. Er gilt selbst unter den erfahrenen Einwohnern der Region als tückisch und unberechenbar. Mal ist das Eis dick und sicher wie eine Schlittschuhbahn, ein paar Meter weiter droht man im reißenden Fluss einzubrechen. Plötzlich auftauchendes Hochwasser kann die Schüler und ihre Begleiter zu langen und gefährlichen Umwegen durch die Gebirgsschlucht zwingen – nie wissen sie, ob die Reise zur Schule vier, fünf oder gar mehr Tage dauert.

Die ungefütterten Gummistiefel mögen zwar dem Wasser standhalten, sorgen aber andererseits für eisige Füße. Angst und Tränen sind die ständigen Begleiter des kleinen Motup. Viermal im Jahr gehen er und seine Schulfreunde die mehr als 100 Kilometer ins Internat. Für die Schönheiten der Natur haben die Kinder allerdings keine Augen. Ihr Schulweg im tibetischen Hochgebirge ist eine anstrengende Expedition, die ihnen alles abverlangt. Wie bereiten sich die Kinder auf diese gefährliche Reise vor? Welche Gefahren begegnen ihnen auf ihrem viertägigen Abstieg nach Leh? Aus der Perspektive der lernhungrigen Schulkinder, eingebettet in das atemberaubende Panorama des Himalayas, erzählt Filmemacher Leonhard Steinbichler Geschichten von großen Hindernissen und noch größeren Träumen. Drei Wochen lang hat er die kleinen Schüler begleitet.

Wie gefährlich dieser Schulweg tatsächlich ist, erfuhr er am eigenen Leib: Mitten auf dem vereisten Fluss brach sich der hochgebirgserfahrene Filmemacher die rechte Hand. Fernab jeder Infrastruktur gibt es in einem solchen Fall nur eine Möglichkeit: Zähne zusammenbeißen und weitermarschieren.

Bild: MDR / © Maximus Film GmbH

Sendung bewerten:
Umschalten!Geht soSehenswertHinguckerTop! (noch ohne Bewertung)

Loading...


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.