Indien – Himmel auf Erden

Sonntag, 30. Januar 2011

19.30 – 20.15 ZDF
Terra X: Faszination Erde – mit Dirk Steffens / Trailer

Unglaubliches Indien. Dirk Steffens erkundet viele verschlungene Pfade. Bild: ZDF / Oliver Roetz

Das schillernde Indien gleicht einem großen Geheimnis. Das riesige Land mit der zweithöchsten Einwohnerzahl ist fast ein eigener Kontinent. Kultur und Natur sind so eng miteinander verbunden wie in kaum einem anderen Land: Tiere sind heilig, Flüsse entspringen in einer Götterwelt, und irdische Rohstoffe haben ihren Ursprung in himmlischen Reichtümern, die für die Menschen verwandelt wurden. Dirk Steffens begibt sich in dieses faszinierende Land und ergründet die Ursachen für die einzigartige Verbindung von Himmel und Erde.

Keine Region der Welt ist dem Himmel so nah wie der Himalaya. Die Entstehungsgeschichte dieses gewaltigen Gebirges reicht weit zurück, und am Anfang stand der größte „Crash“ der Erdgeschichte: Vor 50 Millionen Jahren „raste“ der indische Subkontinent auf Asien zu. Beim Zusammenprall schob sich Indien unter Tibet und türmte dabei den Himalaya über 8.000 Meter hoch auf. Der Prozess ist immer noch nicht beendet. Allein in den letzten 50 Jahren hat sich Indien um zwei Meter weiter nach Norden geschoben.

Der Himalaya, das „Dach der Welt“, ist entscheidend für das Schicksal Indiens. Denn seine Gletscher sind gigantische Süßwasserspeicher. In den warmen, trockenen Monaten entlassen sie das Leben spendende Wasser in die großen Flüsse. Der bedeutendste ist der heilige Ganges – die Lebensader Indiens. Um seine Entstehung rankt sich eine Legende: Einst baten die Menschen die Göttin Ganga, sie von ihren Sünden reinzuwaschen. Doch die Wucht, mit der die Göttin als reißender Fluss auf die Erde hinab stieg, musste Gott Shiva dämpfen. Shiva fing die Göttin in seinen Haaren auf, und dadurch entstanden die vielen Quellen und Zuflüsse des Ganges.

httpv://www.youtube.com/watch?v=GOJTGKobA7Y

Es sind solche Legenden, die Indien prägen und die den besonderen Blick der Menschen auf die Natur bestimmen. Es gibt zahlreiche Tempel zur Verehrung von Tieren, sogar Ratten sind heilig. Dirk Steffens begibt sich in einen Rattentempel und erkundet Ursachen und Folgen ihrer Verehrung. Muss man hier etwa – anders als in anderen Ländern – Ratten nicht als Krankheitsüberträger fürchten? Die Verehrung der Natur zeigt viele Facetten.

Das Dschungelbuch hat die Tierwelt Indiens unsterblich gemacht. Dirk Steffens ist auf der Suche nach diesen Geschöpfen und den mit ihnen verbundenen alten und immer noch lebendigen Geschichten. Mensch und Tier sind in Indien eine besondere Verbindung eingegangen: Allen Verehrungen zum Trotz wurden Elefanten schon früh in den Dienst der Menschen gezwungen. Die Dickhäuter sicherten als Kriegs- oder Arbeitstiere die Macht indischer Maharajas und Mogule. Heute zeichnet sich eine überraschende Entwicklung ab. Der Frondienst der Elefanten soll abgeschafft, die Arbeitstiere sollen in den Ruhestand versetzt werden. Dirk Steffens besucht die Dickhäuter und deren Besitzer und erkundet die Gründe für diese erstaunliche Wende.

Ein anderes Tier hofft ebenfalls auf Protektion: der Tiger. In den verstreuten Schutzgebieten gibt es heute nur noch wenige dieser majestätischen Raubkatzen. Dem Tiger haftet immer noch der Makel des „Menschenfressers“ an. Was ist dran an diesem Urteil? Dirk Steffens versucht, Mythos und Wahrheit zu ergründen. Die Nähe von Mensch und Tiger, die in Indien aufgrund der dichten Besiedlung nicht überall zu vermeiden ist, führt tatsächlich zu einem gewissen Risiko für die Bevölkerung. Doch es gibt nur noch wenige dieser Raubkatzen, die Tiger sind vom Aussterben bedroht. Und die Wilderei geht weiter.

Doch noch immer gibt es in Indien vielfältiges Leben in sagenhaften Dschungeln, unberührte Gebirge und weite Wüsten. Und: Das Land spielt eine Schlüsselrolle im Wasserkreislauf der Erde. Es beeinflusst die Kräfte der Natur, als ob es in einer besonderen Verbindung zu himmlischen Mächten stünde. Der Monsunregen, der alljährlich auf den Subkontinent herabprasselt, bringt Segen und Fluch. Ohne den Monsun sähe das Leben in Indien – aber nicht nur hier – anders aus. Er garantiert Fruchtbarkeit, und er war Motor für die Entwicklung des Handels. Der zuverlässige, sich regelmäßig wendende Monsunwind öffnete für Segelschiffe einst die Tore nach Europa und Persien.

Die Vielfalt der Bewohner Indiens ist Spiegel einer bewegten Geschichte. Das Land wurde von zahlreichen wechselnden Herrschern und Kulturen regiert: Maharajas und Mogule, Handelsgesellschaften und Kolonialherren – magisch angezogen von dem Reichtum des Landes. Eine der ältesten Hochkulturen der Welt hat hier ihren Ursprung: die Indus-Kultur. Sie entstand vor fast 5.000 Jahren. Was ließ sie einst erblühen, was führte zu ihrem Ende? Dirk Steffens durchstreift die indische Wüste und findet sich wieder in einem spannenden Klimakrimi. Die unerbittlichen Kräfte der Natur bestimmten immer wieder die Geschicke der Kulturen.

Um der Allgewalt der Natur zu begegnen suchten die Menschen seit jeher Verbündete im Himmel. Mythen und Wundergeschichten spielen eine große Rolle. Dirk Steffens wagt sich in ein Geheimnis umwittertes Zwischenreich. Mit indischen Fakiren geht er Wundergeschichten nach. Er folgt dem Affengott Hanuman, dessen Verehrung wundersame Blüten treibt, und er erlebt die Faszination des Taj Mahal: das Denkmal einer unsterblichen Liebe und das Abbild des Himmels auf der Erde.

Schon jetzt weiß Dirk Steffens, dass es in Indien noch viel mehr zu entdecken gibt und er das faszinierende Land sicher nicht zum letzten Mal bereist hat.

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