Kalt, riskant und gut fürs Karma

Freitag, 17. Juni 2011

04.40-05.20 Phoenix
Länder Menschen Abenteuer: Mit Hindu-Pilgern durch die Berge Kaschmirs
Ein Film von Rolf Lambert und Bernd Girrbach

Pilger unterwegs. Bild: rbb/SWR/Rolf Lambert

Jedes Jahr ziehen bis zu 500.000 Hindus durch die Bergwelt der Krisenregion Kaschmir. Die „Amarnath Yatra“, der Pilgerzug zur Höhle von Amarnath, ist die ungewöhnlichste und gefährlichste Wallfahrt Indiens und wohl der ganzen Welt.

Erstmals seit Jahrzehnten durfte ein ausländisches Fernseh Team den Pilgerzug begleiten. Im Sommer, wenn die Pfade halbwegs schneefrei sind, brechen sie auf: Bauern, Wanderasketen, smarte Yuppies aus Indiens Megastädten. Zu Tausenden pilgern sie durch grandioses Hochgebirge, schlafen in exponierten Zeltlagern, essen in provisorischen Hochgebirgs Raststätten. Drei Tage dauert die Wallfahrt. Ihr Ziel ist eine einsame, 4.000 Meter hoch gelegene Höhle. Dort hat einst Gott Shiva seiner Frau das Geheimnis der Unsterblichkeit enthüllt, so die Legende. Deshalb ist die Höhle den Hindus heilig. Der höchste Pass liegt 5.000 Meter hoch. Höhe, Kälte, Steinschlag und die ungewohnte Anstrengung fordern ihren Preis. Letztes Jahr haben 67 Pilger die Wallfahrt nicht überlebt.

Der Film begleitet vier Pilger. Premal, Abishek und Vijay sind 19, 23 und 31 Jahre alt. Mit ihrem Onkel Mukesh, 40 fahren sie nach Kaschmir. Der Film zeigt Strapazen, Spaß und religiöses Verständnis der jungen Männer. Er zeigt ihre Furcht vor Unwetter und Terroranschlägen und thematisiert ihr Verhältnis zu den muslimischen Kaschmiri. Der Film zeigt auch den massiven Militärschutz der Yatra und welch immense Logistik nötig ist, die Pilgermassen im unwirtlichen Hochgebirge zu versorgen.

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