Kaviar – Der Schatz aus dem Iran

Samstag, 27. Dezember 2014 | 08:40 – 09:25 Arte

360° – Geo Reportage. Reportage von Dariusch Rafiy.

Echter Wildkaviar aus dem Kaspischen Meer gehört zu den teuersten Delikatessen überhaupt. Feinschmecker in Europa zahlen bis zu 1.400 Euro für hundert Gramm echten „Chaviar“, zu Deutsch: „Kuchen der Freude“. Seit Jahrtausenden ernährt das Kaspische Meer seine Anwohner. Aber damit könnte es bald vorbei sein. Denn der Störbestand im größten Binnensee der Erde nimmt beständig ab.

Die Störfischer Akbar, Bahman und Saeed (v.l.n.r.) arbeiten für die staatliche iranische Fischereibehörde Shilat. Diese stellt Boote und Netze, zahlt aber nur, wenn etwas gefangen wird. Bild: ARTE / © Neamatzadeh/Medienkontor FFP

Die Störfischer Akbar, Bahman und Saeed (v.l.n.r.) arbeiten für die staatliche iranische Fischereibehörde Shilat. Diese stellt Boote und Netze, zahlt aber nur, wenn etwas gefangen wird.
Bild: ARTE / © Neamatzadeh/Medienkontor FFP

„360° – Geo Reportage“ ist unterwegs am iranischen Seeufer und begleitet die dort lebenden Fischer bei ihrer Jagd nach dem Gold des Meeres hinaus auf die lebensgefährliche See.

Die Fanggründe von Akbar Tshasak liegen in der iranischen Provinz Gilan bei Bandar Anzali, einer traditionellen Fischerstadt an der Südwestküste des Kaspischen Meeres. Dieser riesige Binnensee beherbergt 90 Prozent des weltweiten Störbestands.

Akbar Tshasak fischt gemeinsam mit zwei Kollegen im Auftrag der staatlichen Fischereibehörde. Für jedes Kilogramm erbeuteten Kaviars erhalten sie umgerechnet ungefähr 300 Euro. Früher konnten die Störfischer sich und ihre Familien von ihrer Arbeit gut ernähren. Aber die Fische sterben zusehends aus. Vor zehn Jahren zogen die iranischen Fischer jährlich noch rund 120 Tonnen Kaviar an Land, heute sind es nicht einmal mehr zehn.

Neben der Umweltverschmutzung bedroht vor allem die Störwilderei den Fischbestand. Obwohl die staatlichen Patrouillen zuweilen auf Schwarzfischer scharf schießen, ziehen viele Wilderer im Schutz der Dunkelheit hinaus aufs Meer, in der Hoffnung auf den großen Fang. Dabei fangen sie auch Jungtiere. Der Bestand kann sich so nicht erholen, denn ein Stör benötigt je nach Art zwischen sieben und 20 Jahren, um geschlechtsreif zu werden und Eier zu produzieren.

Als Folge des reduzierten Fischbestandes müssen auch die legal arbeitenden Fischer länger auf volle Netze warten und weiter auf das Meer hinausfahren. Weil das Wetter am Kaspischen Meer sehr schnell umschlagen kann, geraten viele Störfischer immer wieder in schwere Stürme. Allein 2008 ertranken mehr als 20 Fischer vor Irans rauer Küste.

Seit vielen Tagen schon wartet Akbar Tshasak vergeblich auf einen großen Stör in seinem Netz. Wird er bei seinen nächsten Fischzügen mehr Glück haben?

Bild: ARTE / © Neamatzadeh/Medienkontor FFP

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