Kirkuk – Allein gegen die ISIS

Dienstag, 09. Dezember 2014 | 22:15 – 23:00 Arte

Dokumentation von Christine Garabedian, Großbritannien, 2014.

Die Terrororganisation ISIS ist weiter auf dem Vormarsch: In der Stadt Kirkuk im Norden des Iraks, wo ein Großteil des landesweiten Ölvorkommens liegt, müssen die Bewohner zusehen, wie zahlreiche Gebiete in der Umgebung in die Hände der Extremisten fallen. Die Regierungsarmee hat sich zurückgezogen. Es ist nun an Polizeichef Sarhad Qader, Kirkuk gegen die Angriffe zu verteidigen. Gemeinsam mit Schiiten, Sunniten, Turkmenen und Christen kämpft der Kurde gegen den Extremismus – und um sein Leben. Fast 250 Männer hat seine Einheit seit 2003 verloren, er selbst ist bereits einem Dutzend Attentaten entgangen. Die Dokumentation begleitet Sarhad Qader bei seiner täglichen Mission.

In der Stadt Kirkuk im Norden des Iraks bringt die ISIS täglich mehr Territorium unter ihre Kontrolle. Bild: ARTE / © Hogir Hirori

In der Stadt Kirkuk im Norden des Iraks bringt die ISIS täglich mehr Territorium unter ihre Kontrolle.
Bild: ARTE / © Hogir Hirori

Die Terrororganisation ISIS bringt täglich mehr Territorium unter ihre Kontrolle. In der Stadt Kirkuk im Norden des Iraks müssen die Bewohner zusehen, wie zahlreiche Gebiete in der Umgebung in die Hände der Extremisten fallen. Kirkuk ist das Zentrum der Erdölindustrie im Irak. Etwa ein Fünftel der landesweiten Vorkommen liegen hier und machen die Stadt zu einem wichtigen Ziel der Terroristen. Die Regierungstruppen haben sich zurückgezogen.

Die Strategie der ISIS-Kämpfer ist so einfach wie tödlich: Mit Konvois dringen sie in Kirkuk ein und platzieren ihre Selbstmordattentäter dort, wo sie den größten Schaden anrichten. „Sie hören nicht auf, bis du sie tötest“, sagt Qader. Die Polizei macht sich in Kirkuk viele Feinde und die Missionen gehen längst nicht immer gut aus. Fast 250 Männer hat die Einheit seit 2003 verloren, Qader selbst ist einem Dutzend Attentaten entgangen.

Auch Entführungen und Erpressung sind an der Tagesordnung. Viele der ISIS-Anführer waren bereits im Gefängnis von Kirkuk inhaftiert, doch dann wurde Qader vom eigenen Justizsystem im Stich gelassen. Nun sind die Extremisten wieder auf freiem Fuß und der Polizeichef muss sich mit ihnen an den Verhandlungstisch setzen.

Aber es sind nicht nur zwei Parteien, die sich gegenüber stehen: Die vielen politischen, ethnischen und religiösen Gruppierungen versuchen, ihren Vorteil aus der Situation zu ziehen. Qader und seine Polizeieinheit stehen vor der schier unlösbaren Aufgabe, zwischen all diesen Akteuren mit kontroversen Interessen Frieden zu stiften. Dieser Mission haben sie sich verschrieben und ihnen ist bewusst, dass sie mit ihrem Leben dafür bezahlen könnten.

Bild: ARTE / © Hogir Hirori

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