Kulturkrieger in Kabul

Donnerstag, 13. Juni 2013

21.45 – 22.15 zdf.kultur
Vierteilige Reportage-Reihe mit Katrin Sandmann.

Graffiti von Shamsia Hassani . Bild: ZDF / Michael Pohl.

Junge Graffiti-Sprayerinnen. Eine atemberaubend schöne Sängerin in engen Klamotten und ohne Kopftuch. Eine Doom Metal Band. All das hätte Katrin Sandmann in Kabul nicht erwartet. Und wie lebt es sich als Künstler in diesem zerstörten Land nach 30 Jahren Krieg? (Bild: ZDF / Michael Pohl)

Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert oder Islamisten Bilder- und Musikverbote verhängen, wer will da noch eine Band gründen, Filme drehen oder Performances aufführen?
In Krisengebieten wie Kabul, Kinshasa, Bagdad und Port-au-Prince sucht Katrin Sandmann diese “Kulturkrieger”.

“Um ehrlich zu sein, manchmal habe ich schon Angst. Ich weiß aus guten Quellen, dass ich beobachtet werde, schon allein wegen der Art, in der ich auftrete … Aber ich muss eben stark sein und weitermachen.” Sängerin Aryana Sayeed hat eine eigene Show im Privatfernsehen. In einem Land, in dem Frauen in öffentlichen Ämtern mit dem Tod bedroht werden und Zwangsehen minderjähriger Mädchen auf der Tagesordnung stehen, bekommen ihre Auftritte als Showstar noch einmal eine ganz eigene Bedeutung.

Aber nichts ist nur schwarz oder weiß in Afghanistan. Die Suche nach den “Kulturkriegern” führt Katrin Sandmann in Parallelwelten. Mit dem ständigen Gefühl, dass hier Mittelalter und 21. Jahrhundert kollidieren. Findige Maler treffen auf religiöse Fanatiker, Superstars entdecken ihr soziales Gewissen. Junge Underground-Musiker erheben ihre Stimme. Alle wissen, dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt. Aber einschüchtern lassen sie sich nicht, die “Kulturkrieger” von Kabul.

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