Leben am Mekong (1/5)

Donnerstag, 21. März 2013

20.15 – 21.00 Phoenix
Im Strom der Zeit. Film von Michel Noll, ZDF/ARTE, 2010.

Das Leben am Mekong verläuft für die Menschen in den tropischen Wäldern nach alten Ritualen. Khamsone ist Dorfvorsteher von Nahphakeo, einer kleinen laotischen Urwaldsiedlung mit 60 Bewohnern. Sie leben von der Jagd, vom Fischfang und den Früchten des Waldes. Für die Menschen hier bedeutet der Fluss Leben. Sie bitten die Götter, dass ihnen die Natur reiche Beute bietet, nicht ohne dafür ein kleines Geschenk zu geben. Mit großem Respekt vor den Mächten der Natur bleiben sie Teil eines reichhaltigen Ökosystems, das auch von unschätzbarem Wert für die Artenvielfalt der Erde ist.

Etwas weiter nördlich, in China lebt Boguang Jiao. Sein Dorf musste einem Wildreservat für Elefanten und Tiger weichen. Jetzt lebt er am Waldrand von der Kautschukgewinnung. Ein besseres Leben sei das, sagt Boguang Jiao. Sie schmieden Pläne zum Kauf eines Lieferwagens. In Thailand erinnern sich nur noch die Älteren an die alte Tradition der Elefantenjagd. Schon vor 30 Jahren wurde sie von der Regierung zum Schutz der Dickhäuter abgeschafft. Doch der 78-jährige Long Mhiu kennt noch jeden Handgriff. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern demonstriert er im Wald von Xishuangbanna, wie sie einst die Tiere fingen und dressierten. Heute locken die zahmen Elefanten Touristen ins Dorf und sorgen so für ein zusätzliches Einkommen.

Sechs Länder durchfließt der Mekong – nach dem Jangtse und dem Ganges der drittlängste Fluss Asiens. Auf den rund 4.500 Kilometern von seiner Quelle im tibetischen Himalaya bis ins Delta durchquert er China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam. „Mutter aller Wasser“ wird die Lebensader Südostasiens auch genannt, die aus vielen Flüssen besteht. Rund 320 Millionen Menschen leben im 800.000 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet des Mekongs. Dabei verbindet der Strom die Welt der Jäger und Sammler, die sich an den uralten Ritualen ihrer Vorfahren orientieren und sich von dem ernähren, was Wald und Wasser ihnen schenken, auf direktem Wege mit der digitalen Welt der Börsen, die die Früchte des Mekong international vertreiben. Das ökologische Gleichgewicht, das sich am Mekong über Jahrtausende hinweg entwickelt hat, garantiert die Ernährung in der Region. Störungen wie der Klimawandel und menschliche Einflüsse sorgen schnell für katastrophale Folgen. Auf der Entdeckungsreise durch beeindruckende Landschaften begegnet der Zuschauer den täglichen Herausforderungen der Menschen am Wasser, Fischern, Bauern, Händlern, Mönchen und Stadtbewohnern zwischen Jahrtausende alter Tradition und Moderne.

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