Meer zum Trinken

Samstag, 19. März 2011

17.15 – 18.00 Phoenix
Eine Dokumentation von Janine Bechthold

Der französische Hydrogeologe Eric Gilli verfolgt den Weg des Regenwassers, das die Süßwaserquellen unter dem Meeer speist. In dieser Grotte nimmt er Wasserproben. Bild: PHOENIX/ZDF/Jürgen Maahs
Wassermangel wird künftig auch in weiten Teilen Europas ein Problem sein. Mehr als ein Fünftel der Europäer leidet bereits darunter, so die europäische Umweltkommission. Grund sind nicht nur Klimawandel und geringe Niederschläge, sondern auch exzessive Landwirtschaft, Bevölkerungswachstum, Verschwendung und Misswirtschaft.

Die nordspanische Stadt Barcelona kämpft bereits gegen Wasserknappheit. Eine Entsalzungsanlage ist im Bau, geht jedoch frühestens Ende 2009 in Betrieb. Bis dahin muss eine Notlösung gefunden werden.

Die Ironie: Das kostbare Nass soll ab Juni mit Tankschiffen von Südspanien nach Barcelona gebracht werden. In der extrem trockenen Region von Almeria steht nämlich die größte europäische Entsalzungsanlage. Sie wird das Wasser in den Norden liefern. Neben der Entsalzung wird eine neue Möglichkeit diskutiert, Trinkwasser aus dem Meer zu gewinnen: Süßwasserquellen am Meeresgrund könnten zusätzliches, bisher nicht genutztes Trinkwasser liefern. Im Mittelmeer soll es unzählige davon geben. Sie könnten bis zu 300 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen.

Mit welcher Methode das Wasser geborgen werden soll, ist noch unklar. Ein geschäftstüchtiger Ingenieur möchte das Wasser direkt in Rohre leiten, zur Oberfläche fördern und dann per Pipeline zum Ufer transportieren. Ein Hydrogeologe schlägt hingegen vor, auf dem Festland nach dem Wasser zu bohren, um es zu bergen, bevor es am Meeresgrund wieder austritt. Die Unterseequellen werden häufig aus den Karstgebirgen in Küstennähe gespeist.

Auch Marseille hat eine solche Quelle: Port-Miou. Der örtliche Wasservertrieb Société des Eaux de Marseille hat wissenschaftliche Untersuchungen der Quelle mitfinanziert, zögert aber bei ihrer Erschließung.

Wasser ist das Rohöl von morgen. Die Schlacht um diese lebenswichtige Ressource hat bereits begonnen. Konzerne sichern sich den lukrativen Markt. Sie verdienen am Vertrieb, dem Transport und der Aufbereitung des Wassers.

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