Myanmar – Leben am großen Strom (2/2)

Dienstag, 01. Oktober 2013

18.30 – 19.10 Arte
(2): Von Mandalay ins Delta. Dokumentation von Bernd Girrbach und Rolf Lambert, SWR 2013.

Myanmar hat sich nach fünf Jahrzehnten Militärdiktatur geöffnet und demokratische Reformen begonnen. Ein Fluss prägt das Land , der Ayeyarwady. Über 2.170 Kilometer durchfließt er das Land. Er verbindet die wichtigsten historischen Orte Myanmars und ist gesäumt von goldglänzenden Stupas, Tempeln und Pagoden. Und nirgendwo sonst in Asien reihen sich so viele buddhistische Klöster auf wie am Ayeyarwady, der von der Mündung bis fast an die chinesische Grenze schiffbar ist. Am Mittel- und Oberlauf ist er noch heute oft die einzige Verbindung zur Außenwelt und viel befahren. Einen Monat lang fuhren die Filmemacher Rolf Lambert und Bernd Girrbach auf dem Fluss.

Die zweite Etappe führt von Sagaing bis ins Mündungsgebiet des Ayeyarwady.

In Mandalay lehrt der erst 24-jährige Mönch Owen in einer Schule kritisches Denken im Sinne Buddhas. Mit seinen Schülern unternimmt er einen Ausflug zu den Hügeln von Sagaing, dem Zentrum buddhistischer Lehre im Land. Hoch über dem Fluss leben über 8.000 Mönche und Nonnen.

Das größte Schiff auf dem Fluss, die „Mya-Ayeya“, kennt jedes Kind. Die 100 Jahre alte zweistöckige Fähre mit ihren zwei angetäuten Lastkähnen ist ein schwimmender Supermarkt, der viermal jährlich Birmas großen Strom herauf- und herunterfährt. Über die Schiffslautsprecher ertönt der „Marktbootsong“, wenn sich das Schiff einem Dorf nähert. Dann wird bis abends um zehn Uhr ein Markt abgehalten, eine Sensation für die entlegenen Dörfer. Leider will die Regierung das Marktboot stilllegen, heißt es. Mit der politischen Öffnung Myanmars setzt man auf Straßenbau.

Yangon, das einst britische Rangun, ist der Heimathafen des Marktbootes und die größte Stadt des Landes. Direkt am Hafen liegt die Altstadt aus der Kolonialzeit. Von hier aus haben die Briten einst die Region regiert. Durch die lange Isolation des Landes ist die Stadt bis heute geprägt vom Charme der Kolonialgebäude. Manche sind marode, andere werden als Schulen, Krankenhäuser oder Gerichte bis heute genutzt, in allerbester Lage zumeist. Nun bieten Investoren viel Geld, um die kolonialen Erbstücke abzureißen und Hochhäuser zu bauen.

Mit einer Marionetten-Theatergruppe verlässt der Film Yangon. Kurz vor der Mündung verzweigt sich der Strom in ein mächtiges Delta. An der Stelle, an der der längste Flussarm in den Golf von Bengalen mündet, steht die letzte goldene Pagode des Ayeyarwady.

Zusatzinfo:
Für das Filmteam war es eine Zeitreise in ein „Asien vor 30 Jahren“. Isolation und Wirtschaftssanktionen haben Myanmar vom Aufbruch Asiens bisher ferngehalten. Das ändert sich gerade. Die zweiteilige Dokumentation zeigt „ein Land, das sich rasant verändern wird“, sind sich die Filmemacher sicher. Mit Kameramann Alok Upaphyay haben sie sich mit den Besten von Birmas jungen Filmtalenten verbündet: Ko Same (zweite Kamera), Sai Kong Kham (Ton) und We Ra (Organsation), um in gemischten Teams den Menschen nahezukommen. Die Wende im Land, berichten sie, ist auch fernab der Städte spürbar. Erstmals erteilte die Regierung eine umfassende Dreherlaubnis und verzichtete darauf, einen staatlichen Aufpasser mitzuschicken.

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