Postbote im Himalaya

Donnerstag, 24. Januar 2013

13.00 – 13.55 arte
Reportage, 2007. Regie: Ines Possemeyer

Dilip Kumar ist der Postbote von Dankhar - und eigentlich ein wandelndes Postamt. Um den 300 Einwohnern den beschwerlichen Weg zum Postamt ins Tal zu ersparen, bringt er ihnen neben der Post auch Briefmarken, Umschläge und Geld von der Postbank.  Bild: ARTE / © Medienkontor FFP

Auf 4.000 Metern Höhe thront das Dorf Dankhar über dem Spiti-Tal im Himalaya. Hier, im kargen indischen Grenzgebiet zu Tibet, lebt der Postbote und Bauer Dilip Kumar mit seiner Frau und seinen sechs Töchtern. Täglich muss er den steilen Weg in das zehn Kilometer entfernte Tal hinunter, in dem das Postamt seinen Sitz hat. Die Region wird immer wieder von schweren Erdrutschen heimgesucht. Außerdem ist das Dorf oft wochenlang vom Postverkehr abgeschnitten. In diesem Sommer kommt es für Dilip Kumar noch schlimmer. Er fürchtet, nicht zum Dalai Lama gelangen zu können, der in den kommenden Tagen ganz in der Nähe sein wird. Doch eine lokale Gottheit prophezeit gutes Wetter. (Bild: ARTE / © Medienkontor FFP)

“360° – Geo Reportage” begleitet den Postboten Dilip Kumar und seine Familie durch ihren harten und dennoch heiteren Alltag im Himalaya, in dessen Abgeschiedenheit sich viele tibetische Traditionen bewahrt haben. Um den 300 Einwohnern des Dorfes Dankhar den beschwerlichen Weg zum Postamt im Tal zu ersparen, gibt es Dilip Kumar, den Postboten des Himalaya. Er bringt den Leuten auch Briefmarken, Umschläge und Geld persönlich vorbei. Da die meisten Analphabeten sind, liest er ihnen Briefe vor und setzt Antwortschreiben auf.

Zwischen den Postgängen hilft er seiner Frau auf den Feldern an den steilen Hängen. Nur durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem kann das karge Land hier überhaupt nutzbar gemacht werden, denn die Region Spiti ist eine Bergwüste. Doch dann regnet es auf einmal so viel, dass es zu Erdrutschen kommt. Dilip Kumar weiß nicht, worum er sich mehr Sorgen machen muss: um seine Post, die Ernte oder um seine langersehnte Pilgerfahrt zum Dalai Lama, der in einem nahen Dorf vorspricht.

An kaum einem anderen Ort in dem einstigen Königreich Spiti ist das Leben beschwerlicher als im Dorf Dankhar. Doch gerade wegen seiner schwer zugänglichen Lage konnte sich vieles bewahren, das andernorts längst verschwunden ist: eine traditionelle Medizin etwa und vorbuddhistische Zeremonien wie das Erntefest, bei dem ein Dorfgott in Erscheinung tritt. Trotzdem wäre Dilip Kumar froh, wenn wenigstens einige seiner sechs Töchter in eine andere Region heiraten würden.

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