Straße der Achttausender

Donnerstag, 08. Oktober 2015 | 20.15 – 21:45 NDR

Länder – Menschen – Abenteuer. Vom Nanga Parbat nach China und von Karakorum nach Tibet. Film von Hajo Bergmann.

Die Straße der Achttausender ist einmalig auf der Welt: Die 14 höchsten Berge des Planeten reihen sich auf zu einer imaginären Kette. Zehn der imposanten Gipfel liegen im Himalaya, vier im angrenzenden Karakorum. Sie verteilen sich auf die Länder Indien, Nepal, Pakistan und China mit dessen autonomen Provinzen Tibet und Xinjiang. Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation entlang der höchsten Berge der Welt beginnt auf dem Karakorum Highway in Pakistan und schildert den gefahrvollen Reiseweg zum Nanga Parbat, dem „deutschen Schicksalsberg“. Im zweiten Teil der Reise nähern wir uns nach über zweieinhalbtausend Kilometern durch Pakistan und China wieder den höchsten Bergen der Erde und damit Tibet.

Der Cho Oyu, sechsthöchster Berg der Welt. Bild: NDR/Hajo Bergmann

Der Cho Oyu, sechsthöchster Berg der Welt. Bild: NDR/Hajo Bergmann

 

Die Route zu bereisen, ist nicht einfach: Indien verlangt Sondergenehmigungen für das Sperrgebiet am Kanchenjunga, Tibet ist über weite Teile des Jahres für Fremde geschlossen, vor Reisen zu den pakistanischen Achttausendern warnt jedes Außenministerium. Doch die Mühe lohnt sich. Im Laufe der Reise wechseln Völker, Sprachen, Speisen und Rituale, Tempel und Klöster, Moscheen und Kultstätten, Saddhupilger und Sufimusiker, subtropische Gegenden und wüstenartige Unwirklichkeit, große Hitze und extreme Kälte.

Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation entlang der höchsten Berge der Welt beginnt auf dem Karakorum Highway in Pakistan und schildert den gefahrvollen Reiseweg zum Nanga Parbat, dem „deutschen Schicksalsberg“. In „Feary Meadows“, der legendären „Märchenwiese“, Ausgangspunkt der historischen deutschen Erstbesteigung, treffen wir Safrez. Er betreibt hier auf viertausend Meter Höhe eine Hütte. Weiter geht die Reise den Indus entlang nach Machalu an der Grenze nach Ladakh, von wo die Filmexpedition auf fast 5.000 Meter Höhe aufsteigt und die vier Karakorum-Achttausender zu Gesicht bekommt. Wir lernen Muhammad Fida kennen, der uns führt und die Sitten und Gebräuche in Baltistan nahebringt.

Auf dem Weg nach China geht es über Hunza und Shimshal durch das Reich des Agha Khan. Die Expedition muss auf Booten einen Stausee überwinden, der sich durch einen Erdrutsch am Karakorum Highway gebildet hat. Wir lernen selbstbewusste Frauen kennen, die als Schreinerinnen arbeiten und todesverachtende Fährmänner. In Shimshal, dem höchsten bewohnten Dorf im Karakorum, erleben wir mit der tadschikischen Familie Mehdi die Beschwernisse des Alltags in extremer Abgeschiedenheit.

Auf der anderen Seite liegt China und damit eine Welt, die sich auch in abgelegenen Regionen aus dem Mittelalter ins 21. katapultiert hat. Die einheimischen Uiguren sind in ihrer Kultur bedroht: In Sinkiang besuchen wir den berühmten Viehmarkt, treffen Jadehändler und Instrumentenbauer in Kashgar und Yarkandt, unterhalten uns mit Schachspielern auf der Straße und durchqueren die einst so gefürchtete Wüste Takla Makan. Immer noch verbirgt die Takla Makan allerlei Schätze und Geheimnisse: Versunkene Städte, Mumien indoeuropäischer Abstammung und gewaltige Erdölvorkommen.

Im zweiten Teil der Reise entlang der höchsten Berge der Welt nähern wir uns nach über zweieinhalbtausend Kilometern durch Pakistan und China wieder den höchsten Bergen der Erde und damit Tibet. Über Gyantse und Shigatse erreichen wir das Basislager des Mount Everest, der in Tibet Chomalungma heißt und zelten auf 5.300 Meter am Rombuk-Kloster, dem höchst gelegenen buddhistischen Kloster der Welt. Die Mönche und Nonnen halten extra für uns eine Puja ab und beten für unser weiteres Reiseglück, während sich der höchste Berg der Welt in immer anderen Facetten und Gesichter präsentiert.

Sehr beschwerlich und voller Kontrollen ist die Weiterreise nach Lhasa. Immer noch ist der Potala ein heiliger Pilgerort des tibetischen Buddhismus und früherer Regierungssitz der Dalai Lamas. Rundherum hat sich jedoch das moderne China etabliert mit Steakhäusern, chinesischen Hochzeiten, gleichsam einem „buddhistischen Disneyland“.

Über die „Friendship-Road“ führt der weitere Reiseweg zu den Basislagern der Achttausender Cho-Oyu und Shishapagma nach Nepal, welches die Filmexpedition vor den schrecklichen Erdbeben von 2015 erreicht. Hier erleben wir das Miteinander von Hinduismus und Buddhismus, treffen eine junge einheimische Bergsteigerin, die vom Gipfelglück auf den Achttausendern berichtet und besuchen im Kathmandutal ein Heim für Kinder, die Opfer von Missbrauch geworden sind. Im heiligen Tempel Pashtupatinath erleben wir Leichenverbrennungen und in sehr offenen Weise den Umgang mit Tod und Vergänglichkeit. Auf dem Weg in die hohen Berge besuchen wir das Reich der Gurkhas, welches später besonders von dem Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen werden wird, und lernen einen Gurkha-Soldaten kennen, der sein ganzes Leben als Söldner in der britischen Armee verbracht hat.

In Pokhara lebt Alexander Maximov, der sich auf Ultralight-Flüge vor dem Massiv von Dhoulagiri, Manaslu und Annapurna spezialisiert hat und uns auf einen seiner abenteuerlichen Flüge mitnimmt. Durch den Chitwan Nationalpark mit seinen seltenen Krokodilarten und Panzernashörnern geht der Weg nach Sikkim zu dem dritthöchsten Gipfel der Welt, dem Kangchendzänga. Der abenteuerliche Aufstieg im Regen führt durch Rhododendronwälder und drei Klimazonen. Am Fuße des Achttausenders liegt Darjeeling, Heimat des legendären Tees.

Bild: NDR/Hajo Bergmann

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