Töten für den Frieden

Mittwoch, 01. Dezember 2010

23.25 – 23.55 Das Erste
Die Politik, die Kirche und der Krieg
Ein Film von Tilman Jens

Im zehnten Jahr des Afghanistan-Krieges wird der Sinn des Einsatzes für viele immer zweifelhafter. Bild: NDR/Matthias Günther
Im zehnten Jahr des Afghanistan-Krieges hat es den Anschein, als gehörten die Soldatensärge mit Helm und Deutschlandflagge allmählich zum traurigen Teil des Alltags, so wie die Straßenverkehrstoten eben auch.

Das Verhältnis der Deutschen zum Krieg hat sich grundlegend verändert. „Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen“: Die Parole, mit der ausgerechnet Franz Josef Strauß 1949 in den ersten Bundestags-Wahlkampf zog, ist schon lange Geschichte. Nun wird im Zusammenhang mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan offen von Krieg, der ebenso schmerzhaft wie gerecht sei, gesprochen.

Auch Vertreter der Kirchen reihen sich ein in die Schar der Fürsprecher und preisen, wie der evangelische Militärseelsorger in Kunduz, die Soldaten als „Krieger des Lichts“. Was hat sich da verändert?

Der Bericht des NDR dokumentiert die Stationen einer schleichenden Wandlung und hinterfragt die ethischen Grundlagen des Krieges. Töten für den Frieden? Vaterlandsverteidigung am Hindukusch? Oder aber: „Nichts ist gut in Afghanistan“, wie es die einstige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann formulierte?

Autor Tilman Jens hat mitten im afghanischen Kriegsgebiet Soldaten über die im Kreis der Truppe oft tabuisierten Themen Sterben und Töten befragt und diskutiert mit nachdenklichen Zivilisten – vom Theologen Wolfgang Huber bis zur Politikerin Antje Vollmer – am Beispiel Afghanistan die moralische Rechtfertigung des Krieges und mögliche Grenzen des Fünften Gebots „Du sollst nicht töten“.

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Ein Kommentar
  1. schrieb am 2. Dezember 2010 um 14:20 Uhr: | Antworten

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