Ein Wald voller Gespenster

Dienstag, 18. Oktober 2011

11.30 – 12.15 NDR
Lemuren im Dschungel Madagaskars. Von Michael Miersch und Gerd Weiss.

Kattas sind die bekannteste Halbaffenart Madagaskars. Sie werden häufig gezeigt in europäischen Zoos. Bild: NDR/WDR/Gerd Weiss

Im Westen Madagaskars, fernab von jeder Zivilisation, liegt der Kirindy-Wald. Hier leben seltsame Tiere, die zur Verwandtschaft der Affen gehören. Wegen ihrer nächtlichen Lebensweise werden sie Lemuren genannt, wie die römischen Totengeister.

Die Bewohner des Kirindy-Waldes sind jedoch höchst lebendig. Ihr heimliches Leben wurde bisher kaum erforscht. Deutsche Wissenschaftler wollen jetzt herausfinden, wie diese extravaganten Tiere in ihrer extrem kargen Umwelt überleben.

Kameramann Gerd Weiss und Autor Michael Miersch begleiteten zwei junge Forscherinnen aus Göttingen auf ihren Streifzügen durch den Kirindy-Wald. Dabei entdeckten sie Zwergmausmakis. Diese Lemuren sind die kleinsten Lebewesens aus der Ordnung der Primaten, zu der auch wir Menschen gehören. Und sie trafen Sifakas, Lemuren, die zehn Meter weit von Wipfel zu Wipfel springen können. Das Dschungelcamp der deutschen Zoologen war immer wieder Schauplatz unverhoffter Begegnungen mit wilden Tieren. Eines Tage drang sogar eine Fossa ins Camp ein. Das größte Raubtier Madagaskars gehört zu den katzenartigen Tieren, ist höchst selten und gilt als extrem scheu.

Vom Camp aus erkundete das Team die Insel. Madagaskar ist ein „Versuchslabor“ der Evolution, das nicht nur Wissenschaftler fasziniert. Die Pflanzen- und Tierwelt entwickelte sich dort ganz anders als auf dem Kontinent. Denn vor 150 Millionen Jahren trennte sich Madagaskar von Afrika ab, dadurch lebt die Mehrheit der Organismen exklusiv auf der Insel. Allein 11.000 Pflanzenarten wachsen nur hier.

Auf ihren Wegen begegnen Miersch und Weiss auch den massiven Umweltproblemen Madagaskars, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Überall roden die Menschen den Wald, weil sie das Holz zum Kochen brauchen und Nahrung anbauen müssen. Der Kirindy-Wald ist einer der wenigen Lebensräume ursprünglicher Natur. Immer mehr Madagassen wollen daher diesen ökologischen Schatz erhalten.

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