Nyassa – See der Sterne

Mittwoch, 29. August 2012

19.30 – 20.15 Arte
Dokumentation Österreich 2009, Regie: Christian Redinger.

Als der Europäer Livingstone 1859 das unbekannte Südwasser-Meer im südöstlichen Afrika entdeckte, taufte er es spontan den "See der Sterne", der sich ihm auf der glitzernden Wasseroberfläche in der Abendsonne darbot. Bild: ARTE / © ORF/Christian Redinger

Der Malawi-See im Südosten Afrikas ist der drittgrößte See des Kontinents. Als erster Europäer erreichte der Brite David Livingstone im Jahr 1859 das Gewässer, das er einen “See der Sterne” nannte. Das nächtliche Leuchten wird von schillernden Buntbarschen verursacht, die ausschließlich im Malawi-See vorkommen. (Bild: ARTE / © ORF/Christian Redinger)

Im Jahr 1859, dem gleichen Jahr, in dem Charles Darwin sein Hauptwerk “Über die Entstehung der Arten” und somit seine Evolutionstheorie einer breiten Öffentlichkeit vorstellt, erreicht der britische Forscher David Livingstone als erster Europäer ein unbekanntes Süßwasser-Meer im südöstlichen Afrika. Die Einheimischen bezeichnen es als “Nyassa”, übersetzt schlicht “See”. Mit einer Länge von 579 Kilometern, einer Breite von 75 Kilometern und einer Tiefe von 700 Metern handelt es sich um den drittgrößten See Afrikas, der vor mehr als drei Millionen Jahren im ostafrikanischen Grabenbruch entstanden war.

“A Lake of Stars!” (zu deutsch “Ein See der Sterne!”), merkt Livingstone an, als die Abendsonne Tausende irisierende Lichter auf den Wellen tanzen lässt. Ein Blick unter die Wasseroberfläche des Malawi-Sees, wie er heute genannt wird, offenbart ein einzigartiges Naturwunder: Die “Sterne” sind lebendig. Es handelt sich um leuchtend bunte, schillernde Buntbarsche, sogenannte maulbrütende Cichliden, die das klare Wasser des Sees bevölkern. Im Laufe von Jahrmillionen haben sie sich aus einer einzigen Art, einem eingewanderten Flussfisch, zu mehr als 880 unterschiedlichen, aber genetisch nahe verwandten Arten entwickelt, die ausschließlich im Malawi-See vorkommen.

Leider war es Charles Darwin nicht vergönnt, von diesem erstaunlichen Beispiel der Evolution zu erfahren.

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