Umfrage: Deutsche sehen Bildung als wichtigen Hebel

By Nima

Bildung gilt für die große Mehrheit der Menschen in Deutschland als besonders wirksamer Weg, um die Lebensbedingungen von Kindern weltweit langfristig zu verbessern. Das zeigt eine repräsentative forsa-Befragung im Auftrag der ChildInvest Foundation.

Gleichzeitig macht die Umfrage deutlich, dass viele Befragte die Kosten für ein Schuljahr in einem einkommensschwachen Land deutlich höher einschätzen, als sie in ausgewählten Ländern tatsächlich liegen.

Breite Zustimmung für Bildung und Schutz

91 Prozent der Befragten bewerten Bildung als sehr oder eher wirksamen Hebel, um Kindern weltweit bessere Zukunftschancen zu eröffnen. Ähnlich hoch fällt die Zustimmung beim Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Kinderarbeit sowie bei der Verbesserung von Gesundheitsversorgung und Ernährung aus. Beide Bereiche halten jeweils 88 Prozent für sehr oder eher wirksam.

Nach Angaben der ChildInvest Foundation zeigt sich dieser Konsens weitgehend über Alters-, Geschlechts- und Einkommensgrenzen hinweg.

Kosten werden deutlich überschätzt

Während die Bedeutung von Bildung stark anerkannt wird, überschätzen viele Befragte den finanziellen Aufwand. Im Durchschnitt gehen sie davon aus, dass ein Schuljahr für ein Kind in einem ärmeren Land rund 320 Euro kostet.

Tatsächlich liegen die Kosten in den genannten Beispielländern teils deutlich darunter. Für den Grundschulbesuch werden in Liberia 35 Euro pro Kind angegeben. In Togo sind es 76 Euro, in Gambia 163 Euro, in Äthiopien 174 Euro und in Guinea-Bissau 183 Euro.

Kleine Beträge können viel bewirken

Claudia Straßer, Vorstandsmitglied der ChildInvest Foundation, sieht in den Ergebnissen zwei zentrale Botschaften. Einerseits wüssten viele Menschen um die große Bedeutung von Bildung. Andererseits werde unterschätzt, was bereits mit vergleichsweise kleinen Beträgen erreicht werden könne.

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Wenn ein Schuljahr in einem einkommensschwachen Land teilweise deutlich weniger als 200 Euro koste, verändere das den Blick auf die Möglichkeiten von Unterstützung. Bildung sei eine nachhaltige Investition in die Zukunft von Kindern, eröffne Chancen, stärke Familien und könne langfristig ganze Gemeinschaften verändern. Aufgabe der Stiftung sei es, dazu beizutragen, dass solche Chancen tatsächlich entstehen.

Millionen Kinder gehen nicht zur Schule

Obwohl Bildung ein Menschenrecht ist, besuchen weltweit 273 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule. Nach Angaben der Stiftung sind die Ursachen vielfältig. Dazu zählen Konflikte, weltanschauliche Vorgaben, Armut und Hunger.

Besonders deutlich zeigt sich die Lage in Afghanistan. Dort sind Mädchen seit 2021 vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen. Davon betroffen sind 1,4 Millionen Mädchen. Insgesamt gehen dort rund 80 Prozent der Mädchen im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule.

Auch in Subsahara-Afrika ist die Bildungslücke groß. In der Region lebt rund ein Drittel der weltweit nicht zur Schule gehenden Kinder und Jugendlichen.

Viele schaffen den Übergang nicht

Weltweit erreichen 88 Prozent der Kinder einen Grundschulabschluss. In der Sekundarschule sieht die Lage deutlich schwächer aus: Nur etwa zwei von drei Jugendlichen schließen diese Bildungsstufe ab. Seit 2015 ist diese Quote kaum noch gestiegen.

Auch beim Übergang von Bildung in Beschäftigung zeigen sich deutliche Unterschiede. 27,4 Prozent der jungen Frauen sind weder in Arbeit noch in Bildung oder Ausbildung. Bei jungen Männern liegt dieser Anteil bei 13,1 Prozent.

Bildungsziel braucht hohe Investitionen

Um das UN-Ziel einer inklusiven, gleichberechtigten und hochwertigen Bildung für alle bis 2030 zu erreichen, wären allein in Ländern mit niedrigem und unterem mittlerem Einkommen jährlich 97 Milliarden US-Dollar notwendig.

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Die ChildInvest Foundation sieht darin einen klaren Hinweis darauf, dass Bildung verlässliche Finanzierung braucht.

Stiftung unterstützt Projekte weltweit

Die ChildInvest Foundation ist die Dachstiftung der SOS-Kinderdörfer weltweit. Sie unterstützt Bildungsprojekte in mehr als 130 Ländern.

Von den 54 verwalteten Treuhandstiftungen fördern 33 Bildung und Berufsausbildung. Das entspricht rund 60 Prozent. Im Jahr 2025 unterstützten zehn Treuhandstiftungen konkrete Bildungsprojekte, darunter Schulbildung, SOS-Schulen, Berufsbildung und Stipendien.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von SOS-Kinderdörfer weltweit e.V./Veröffentlicht am 09.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.