Afghanistan bleibt in tiefer humanitärer Krise

By Nima

Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 zählt Afghanistan weiterhin zu den größten humanitären Krisen weltweit. Nach Einschätzung von Caritas international haben sich die Lebensbedingungen vieler Menschen weiter verschlechtert. Eine Trendwende ist derzeit nicht absehbar.

Besonders angespannt ist die Ernährungslage. Fehlende Arbeitsplätze, fünf aufeinanderfolgende Dürrejahre und steigende Preise haben große Teile der Bevölkerung weiter verarmen lassen.

Fast die Hälfte der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen

Laut den Vereinten Nationen ist nahezu die Hälfte der afghanischen Bevölkerung von humanitärer Hilfe abhängig. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder unter zwei Jahren.

Veronika Staudacher, Leiterin des Büros von Caritas international in Kabul, beschreibt die Ernährungs- und Einkommenssituation als dramatisch. Arbeitslosigkeit und anhaltende Dürre hätten die Armut verschärft und Mangelernährung im Land verfestigt.

Millionen Rückkehrer verschärfen die Lage

Zusätzlich steht Afghanistan seit 2023 vor einer weiteren Herausforderung. Rund sechs Millionen Menschen sind aus dem Iran und Pakistan zurückgekehrt.

Nach Einschätzung von Caritas international sind weder die afghanische Wirtschaft noch das humanitäre Hilfesystem in der Lage, diese zusätzlichen Menschen ausreichend aufzunehmen und zu versorgen.

Regionale Spannungen, unterbrochene Handels- und Transportwege sowie der Konflikt mit Pakistan haben die Lage weiter verschärft. Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter sind für viele Menschen kaum noch bezahlbar.

Staudacher sieht angesichts der schwierigen humanitären Lage und der sinkenden Bereitschaft internationaler Geldgeber derzeit keine erkennbare Entspannung.

Frauenrechte weiter massiv eingeschränkt

Auch die Menschenrechtslage für Frauen trägt aus Sicht von Caritas international erheblich zur Krise bei. Frauen werden zunehmend aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Berufs- und Bildungsverbote sowie die wachsende Abhängigkeit von männlichen Angehörigen nehmen dem Land wichtige Zukunftsperspektiven.

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Die Folgen zeigen sich bereits in zentralen Bereichen der Versorgung. Viele Dienstleistungen sind eingeschränkt. Besonders im Gesundheitswesen fehlen zunehmend weibliche Fachkräfte.

Da Mädchen von weiterführender Bildung ausgeschlossen sind, droht sich dieser Mangel weiter zu verschärfen. Die Zahl von Ärztinnen, Krankenschwestern und Hebammen dürfte künftig weiter sinken.

Caritas international hilft in sechs Provinzen

Caritas international ist seit den 1980er Jahren in Afghanistan tätig. Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes arbeitet über Partnerorganisationen in sechs Provinzen und erreicht jährlich rund 300.000 Menschen.

Der jährliche Etat liegt bei etwa 2,5 Millionen Euro. Unterstützt werden unter anderem Projekte zur Gesundheitsvorsorge, zur Katastrophenvorsorge, zur Nothilfe und zur Rehabilitation.

Projekte für Mütter, Menschen mit Behinderung und Gemeinden

In Kabul fördert Caritas international derzeit ein Mutter-Kind-Projekt, das die Gesundheitsvorsorge von Schwangeren und Müttern verbessern soll. In Faryab unterstützt das Hilfswerk eine Prothesenwerkstatt.

In der Provinz Bamiyan hilft Caritas international gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gemeinden bei der landwirtschaftlichen Katastrophenvorsorge.

In den Provinzen Herat, Uruzgan und Nangarhar leistet die Organisation mit Mitteln des Auswärtigen Amtes Nothilfe. Außerdem wird die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen sowie der Aufbau von Rehabilitationsdiensten nach dem Erdbeben 2025 fortgesetzt.

Die Hilfsorganisation macht damit deutlich, dass Afghanistan auch fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban dringend auf internationale Unterstützung angewiesen bleibt.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Caritas international/Veröffentlicht am 12.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.